Sonntag, 3. Oktober 2010
Resümee
Als wir im Norden von Tschechien begannen, wunderten wir uns, warum im Lonely Planet fast nichts über den Norden geschrieben ist. Nachdem wir den Süden besuchten wussten wir warum: der Süden gibt um Längen mehr her als der Norden. Aber es war auch schön, den Norden besucht zu haben. Für die Slowakei hatten wir leider zu wenig Zeit. Aber das holen wir bei Gelegenheit nach.
Unsere 5 Tops:
Miri
1.Baden in Marianske Lazne
2.Shopping (generell)
3.Cesky Krumlov
4.Unterkunft in Znojmo
5.Gastfreundschaft in der Slowakei
Beni
1.Slowakische Gastfreundschaft
2.Beer Spa in Chodova Plana
3.Marianske Lazne (Stadt und Wellness)
4.Verkehrsgarten in Trebon
5.Baník Ostrava Match
Unsere 5 Flops:
Miri
1.Nacht in Brno (Stichwort: Pepiiiiiiiiii)
2.Frühstück in Telč
3.Mücken in Třebon
4.Unterkunft in Decin
5.Teilweise unfreundliche Leute in der Slowakei
Beni
1.Nächtlicher Besuch in Ceske Budejovice
2.Verlogene Rezeptionistinnen in Ceske Budejovice
3.Unterkunft in Decin
4.Zelt aufstellen im Regen und Dunkelheit (Brno)
5.Beskyd
Diese Top's und Flop's sind aber eher ein bisschen mit einem Augenzwinkern gemeint. Die Top's Liste liesse sich locker auf 50 Einträge erweitern, die Flop's Liste ist teilweise nicht so ernst gemeint. Alles in allem sind wir sehr zufrieden und ziehen eine positive Bilanz von einem Monat „Tschechien und Slowakei“. Beide Länder sind wirklich wunderschön in vielerlei Hinsicht. Es lohnt sich immer wieder, sie zu besuchen. Hoffentlich bis bald!!
Sonntag, 26. September 2010 [Thayngen, CH]
Samstag, 25. September 2010 [Modra, SK]
Freitag, 24. September 2010 [Bratislava-Petržalka]
Donnerstag, 23. September 2010 [Trenčin, SK]
Mittwoch, 22. September 2010 [Spišska Nová Ves]
Miri kaufte dann in einer Bijouterie (bei uns würde man Accessoire-Laden sagen) noch eine Blume für ihr Kleid an Jeannines Hochzeit, dann kehrten wir ins K2 zurück, holten unsere Rucksäcke und fuhren mit dem Bus zum Bahnhof. Dort kauften wir Billette und fuhren nach Spišska Nová Ves (sprich: Spisch-ska Novaa Vess). In SpiNoVe suchten wir den Bushof und fuhren mit dem Bus weiter ins Städchen Levoča (sprich: Levotscha). Levoča liegt an keiner Bahnlinie, deswegen mussten wir mit dem Bus dorthin fahren. Nach etwa 20 Minuten waren wir da und suchten zuerst unsere Unterkunft, die Pension Oasa, die uns der Lonely Planet empfahl. Als wir dort klingelten öffnete uns eine sehr fröhlich wirkende Frau die Tür und führte uns gleich durch ihre Wohnung in einen Garten und dort in eine andere Tür und sagte, das sei unser Zimmer. Ein sehr schönes, grosses, helles Zimmer mit einer grossen Fensterfront, einem Tisch, einem Büchergestell voll mit Büchern (einige waren doppelt vorhanden) und einem Fernseher. Daneben ein kleines Badezimmer mit Dusche. Wir parkierten schnell unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg in die Stadt. Ich hatte bisschen mehr erwartet – ausser dem Hauptplatz mit einer Kirche und der, sich in teilweise recht schäbigem Zustand befindenden Stadtmauer, war da nicht viel... Dabei hatte ich es Miri Znojmo-ähnlich verkauft. Wir assen dann in einem Restaurant, das an die Strasse gestuhlt hatte in der Abendsonne Znacht. Richtige Slowakische Pirohy, etwas wie Pizoggel aus dem Bünderland. Fein fein... Als es langsam dunkel wurde (so um 18:45 so weit im Osten) kehrten wir in die Pension zurück, duschten uns, gingen aufs Internet oder lasen Wohn-Magazine. Die Namen dazu (wer was gemacht hat) könnt Ihr euch selber eintragen...
Mittwoch, 22. September 2010
Dienstag, 21. September 2010 [Košice, SK]
Um kurz nach 14 Uhr kamen wir dann in Košice an. Wir durchquerten mit unseren Rucksäcken die Stadt und gingen ins „K2“, einem Traveller Hostel ziemlich im Zentrum, das wir das letzte Mal vor einem Jahr rein zufällig fanden. Dort hatte es auch noch Zimmer frei, so dass wir unsere Rucksäcke parkieren konnten und in die Stadt gingen. Ich habe noch nicht erwähnt, dass das Wetter TRAUMHAFT war: keine Wolke am Himmel und einiges über 20°C. Wir montierten also die kurzen Ärmel und gingen durch die wunderschöne Stadt, in die Kathedrale, zum singenden Brunnen (der übrigens meiner Meinung nach Welten besser ist als in Marienbad) und dem kleinen Bächlein entlang der Hlavní. Wir schauten auch ab und zu in einen Laden rein und erlebten dabei das: Miri entdeckte in einem Schaufenster Kleider vom polnischen Wäsche-Label „Livia Corsetti“. Miri wollte schnell in den Laden reinschauen (es war ein Dessous-Laden) und wir traten ein. Der Laden war nicht gross und auch nicht sonderlich spektakulär- mehr war es die Verkäuferin und wahrscheinlich auch Besitzerin: die knallrot geschminkten Lippen wären noch gegangen aber dann ein durchsichtiges Oberteil, durch das man den BH sehen konnte – uns war nicht klar, ob es dabei um Animation oder um Demonstration ging. Miri vergass vor lauter Schock, die Frau komplett zu mustern- somit wissen wir nicht, was sie „unten“ anhatte. Vielleicht besser so... Und dann fanden wir noch einen Modelleisenbahn-Laden; leider war er schon geschlossen. Aber morgen werde ich dort vorbeischauen...
Montag, 20. September 2010 [Řeka]
Montag, 20. September 2010
Sonntag, 19. September 2010 [Řeka]
Samstag, 18. September 2010 [Řeka]
Freitag, 17. September 2010 [Řeka]
Zurück zum Prior: dort ist das eben anders. Das ist noch richtig Tschechisch „Old-School“. Meist haben die Kaufhäuser drei Etagen. In einer verkaufen sie Lebensmittel, in einer ist der eigentliche Prior und eine ist vermietete Fläche. Das sieht man noch oft im Osten: dort können sich dann Leute einmieten, ihre Ware aufstellen und verkaufen. Wie ein indoor Dauer-Markt sozusagen. In Russland und der Ukraine sieht man das oft. Sonst nicht so- ausser im Prior auf einer Etage. Im eigentlichen Prior verkaufen sie Haushaltsartikel, Schuhe, Klamotten, Elektroartikel, Geschenkartikel und Stoff. Das ist auch der Grund, warum Miri gerne in den Prior geht- wegen der riesigen Stoff- und Handarbeitsabteilung. In Třinec arbeitet nebenbei ihre Tante Eva „Evička“ in der Stoffabteilung. Das macht den Besucht doppelt interessant. Während Miri mit ihrer Tante plauderte, durchquerte ich den Prior und hielt Ausschau nach interessanten Dingen. Als ich zurückkam fragte mich Miri, welche Farbe des Stoffes ich kaufen würde. Nach einigen Diskussionen und Ratschläge von Eva kaufte Miri schliesslich 2.5m violett und 1.5m braun. Dazu noch irgendwelches Band, wo ich nicht weiss, wozu das gut ist. Schliesslich bezahlten wir und verliessen den Prior. Nächstes Ziel war ihre Schwester Silvia, bei der wir an diesem Abend zum Nachtessen eingeladen waren. Wir kamen um kurz nach 18 Uhr an und Silvia war gerade nicht da; sie sei nach Polen gefahren um an der Grenze einzukaufen, sagte William. Kurze Zeit später kam sie nach Hause und bereitete das Nachtessen zu. Wir nahmen das Nachtessen und redeten ausgiebig. Es wurde wieder einmal spät; es ging schon auf Mitternacht zu, als wir wieder bei Miris Eltern waren...
Freitag, 17. September 2010
Donnerstag, 16. September 2010 [Řeka]
Mittwoch, 15. September 2010 [Řeka]
Am Morgen standen wir um 08 Uhr auf, bauten das Zelt ab, trugen es auf einen grossen Teerplatz neben der Wieso, reinigten es so gut es ging und packten alles zusammen. Um halb Zehn nahmen wir den Bus in die Stadt und sagen nun bei Tageslicht, wo wir am Abend zuvor in der Dunkelheit rumgekurvt waren. Naja, bei Tageslicht schaut es dann meist einfach aus... In der Stadt deponierten wir unsere Rucksäcke am Bahnhof in einem Schliessfach und gingen in die Stadt. Im Lonely Planet wurde uns eine Crêperie empfohlen, diese suchten wir dann auf und frühstückten dort. Dann bummelten wir weiter durch die Stadt und schauten ab und zu wieder in ein Geschäft rein. Auf einem Platz war Markt; Miri kaufte dort einen Sack Zwetschgen, ich saure Gurken. Am Nachmittag stellten wir ganz auf shoppen um und gingen in ein grosses Einkaufszentrum zwischen Bahnhof und Bushof. Wir schauten alles mögliche an, kauften aber paradoxerweise nichts. Nach 17 Uhr kehrten wir zum Bahnhof zurück, kauften Billette nach Český Těšín (sprich: Tscheskii Tjeschiin). Wir holten unsere Rucksäcke aus dem Schliessfach und gingen auf den Zug. Nach gut zwei Stunden waren wir in Ostrava-Svinov, umsteigen, noch eine knappe Stunde und wir waren in Český Těšín. Dort holte uns Miris Vater ab und wir fuhren noch etwa eine Viertelstunde mit dem Auto nach Řeka (sprich: Rscheka) wo Miris Eltern wohnen. Miris Mutter und ihr Bruder erwarteten uns schon sehnlich und das Nachtessen stand schon auf dem Tisch. Wir plauderten und erzählten bis spät in den Abend...
Mittwoch, 15. September 2010
Dienstag, 14. September 2010 [Brno]
Dienstag, 14. September 2010
Montag, 13. September 2010 [Znojmo]
Ráno ráničko panna vstala, ale moc se k tomu neměla...
Pomalu, pomaličku jsme si sbalili kufry a uschovali si je u Ivany. Pak jsme se vydali do ospalého, ale hezkého Telče hledat něco k snídani. Nakonec jsme to něco našli v potravinách, a pak jsme to snědli na jedné z laviček, která stojí uprostřed pohádkového náměstí. Jelikož bylo pondělí, tak byly všechny turistické atrakce včetně zámku zavřeny, ale to nám bylo celkem jedno. Alespoň jsme viděli zámeckou zahradu. No a pak jsme se šli ještě napapat (Beni to neuvádí, protože by si lidé mysleli, že pořád jen 'žereme', ale tak tomu i je). Vyzvedli jsme si batohy, a pak pěkně autobusem (k nelibosti mého muže) do Znojma. Ubytování jsme našli v Hostelu na svahu za obrovským kostelem. V tak hezkém a levném ubytování jsem v životě ještě nebyla. Doporučuji!! (www.travellers.cz) K tomu skvělá atmosféra, společný stůl na verandě vytvořil nové známosti s dalšími obyvateli hostelu, a ten výhled z okna... jak z katalogu. Večerní obchůzku zajímavým městem jsme ukončili vyníkajicímí palačinkami v Café Oáze. No a pak do postele...
Montag, 13. September 2010
Sonntag, 12. September 2010 [Telč]
Tak jo
Ráno jsme nechali stan stanem (majitel nám sdělil, že v září už mu to je jedno)a jen s těmi nejcennějšími věcmi jsme se vydali do Třeboňe hledat něco k snídani. Nakonec jsme skončili v nějakém lokálu, kde nám toho hodně naslibovali, a přitom jsme blivajs dostali. K tomu ještě za nekřesťanské peníze. Poté jsme nakoupili pár pohlednic, a celé odpoledne jsme strávili na Třeboňském zámku (absolvovali jsme zajímavou prohlídku) a v zámeckém parku. Pak už jsme tak akorát stihli poobědvat, a poté hurá do kempu, sbalit se, složit stan a přes půl města jsme se vydali k autobusovému stanovišti. Autobus jel (i když byla neděle), jízdenky jsme koupili a do Telče jsme po nějaké té hoďce a půl přijeli. Tam jsme se paradoxně u paničky Ivany ubytovali v jejím Penzionu Petra (tip: Lonely Planet). A ještě předtím jsme u Ting Tionga ve večerce jídlo a pití nakoupili. No a protože jsme byli fakt vyždímani tím tahání naších batohů, prolenošili jsme zbytek večera na pokoji.
Samstag, 11. September 2010
Samstag, 11. September 2010 [Třeboň]
Freitag, 10. September 2010 [Český Krumlov]
Donnerstag, 09. September 2010 [České Budějovice]
Als ich am Morgen erwachte, konnte ich es nach wie vor kaum glauben, was ich ein paar Stunden zuvor erlebte. Es war wie ein böser Traum- einfach wahr... Wir standen auf, und machten uns fertig, in die Stadt zu gehen. Als wir bei der Rezeption vorbeikamen, erzählten wir, was letzte Nacht passierte. Die Reaktion war im Sinne von „Mein Name ist Hase...“. Es sei noch nichts weggekommen diesen Sommer. Denkste!! Als Vergleich: im ländlichen, friedlichen Plzeň klagte die Rezeptionistin, dass diesen Sommer viel gestohlen worden sei. Und in České Budějovice, in einem Quartier, wo jedes Haus eingezäunt mit Tor versehen ist, wo man nachts „besucht“ wird, noch nichts? Nee, glaube ich nicht! Egal. Wir liessen uns die Stimmung nicht wirklich vergällen davon und schauten uns die Stadt an. Es gibt dort einen wunderschönes Zentrum mit einem grossen Platz und den, für Tschechien üblichen bunten Häusern. Wir schlenderten durch die Stadt und schauten dann und wann wieder einmal in einem Geschäft rein. Dabei fanden wir Spielsachen, die uns aus der Jugendzeit bekannt waren und in der goldenen Vergangenheit schwelgen liessen. Ich wurde einmal fast weich, als es ein Starterset vom Mehano (!!) mit einer Lokomotive und vier Wagen für umgerechnet etwa 100 Franken gab. Aber ich kaufte es nicht, immer mit dem Hintergedanken, es könnte ja noch etwas besseres kommen und ich müsste es dann doch noch mindestens eine Woche (bis zu Miris Eltern) mit mir mittragen. Miri wurde bei Prior beim Schmuck weich, kaufte etwas passend zu einem Kleid, das sie genäht hatte und hätte beinahe noch mehr eingekauft. Was mich nicht gestört hätte, denn Miri kauft sich äusserst selten Schmuck. Der Tag verging im Flug und wir kehrten zurück auf den Zeltplatz, was unsere Gefühle mit einbrechender Dunkelheit etwas mulmig werden liess. Wir warnten alle Leute auf dem Zeltplatz (eine Handvoll Zelte und zwei Wohnmobile), nahmen bei Motorest (siehe gestern) unsere Suppe zum Nachtessen und krochen in unser Zelt- nur das wir dieses Mal die Reissverschlüsse mit einem Kabelbinder zusammenbanden.
To samé v skrátce a česky
V noci nám lezl zloděj do stanu. Beni naštěstí nespal, na zloděje vyjekl a náš majetek úspěšně ochránil. Já jsem se probudila až když Beni houkl na zloděje a ten byl na útěku, takže kdybych tam byla sama, tak mě sebere i se spacákem. Ráno se tomu recepční vůbec nedivila, takže asi to je normální. Jo, a za stovku jsem mohla vyprat jednu pračku prádla. Historické centrum Českých Budějovic je hezké, ale už to není takové vzrušo jako např. Plzeň. Pojedli jsme v nějaké restauraci a největším zážitkem bylo hračkařství, kde jsme našli hračky našeho mládí. Já jsem se pak ještě zapomněla v bižuterií, bolest hlavy z nevyspané noci jsme zmírnili v kavárně no a v kempu jsme se zahřáli ještě polevkou. Do spacáku jsme ulehli s naději, že se už nikdo k nám dobývat nebude...v noci jsem sice na zloděje čekala, že ho jako vylekám tentokrát já, ale nepřišel...dobrou
Donnerstag, 9. September 2010
Mittwoch, 08. September 2010 [České Budějovice]
To samé hezky česky
Ráno jsme sbalili své saky paky a hurá do uschovny na vlakové nádraží. Jizdenky MHD jsme si koupili SMSou - to je vymoženost. Poté jsme se vydáli do centra Plzně na nákupní a vyzvědní obchůzku. Při našem bloumání městem jsme trefili na třetí největší synagogu světa, ale protože židé jsou židé, chtěli za vstupne 55 Kč/osoba. Tak jsme se raději vydali k obchodnímu středisku s naději, že tam bude toaleta. V 16:00 jsme odjeli vlakem do Českých Budějovic. Z dvou sousedících kempů jsme si vybrali ten, v kterém trvale nebydleli Romové, a zde, na mokré trávě, jsme postavili stan. Večer jsme se v motorestu posilnili česnekáčkou a pak hup do spacáku. Dobrou...
Mittwoch, 8. September 2010
Dienstag, 07. September 2010 [Plzeň]
Dienstag, 7. September 2010
Montag, 06. September 2010 [Plzeň]
Dann wurde 13 Uhr und wir fanden uns zum wellnessen im Hotel Pacifik ein. Es war genial, wir hatten die Anlage fast für uns allein. Nach zwei Stunden intensivem wellnessen waren wir dann bestens gerüstet für unsere Weiterreise nach Plzeň (Pilsen). Wir fuhren wie immer mit dem Zug, mit einer kleinen Ausnahme: Unterwegs war auf etwa 25km Länge eine Baustelle. Die EU erneuert dort die Trasse von Strasse und Schiene und lässt sich das auch was kosten – 2.5 Milliarden Kronen (etwas mehr als 100 Millionen Franken). Deshalb mussten wir in Planá in den Bus umsteigen und in Stříbro (sprich Strschiibro) wieder in den Zug. Das ging aber ziemlich unkompliziert. Auch das Wetter war an diesem Tag sehr schön- jedoch windig. Das sei jedoch normal, es sei ja jetzt Herbst, meinte Miri. In Plzeň angekommen, machten wir uns auf die Suche nach dem Zeltplatz. Ja richtig, wir wollten es wieder einmal mit zelten probieren. Den Zeltplatz fanden wir ziemlich einfach und er war wunderschön gelegen, am Wald und einem See. Und wir waren nicht einmal die einzigen. Wir bauten das Zelt auf und wollten aber noch etwas essen gehen. Da es mittlerweile schon fast dunkel war, beschlossen wir in die kleine Kneipe auf dem Zeltplatz zu gehen. Dort gab es jedoch nichts schlaues zu essen und somit gingen wir, motiviert von einem Schild beim Eingang des Zeltplatzes mit der Aufschrift: „Pizzeria Pulcinella, 800m“ aus dem Zeltplatz-Gelände raus und gingen einer unbeleuchteten Strasse nach. Nach etwa 1km kamen wir zu einer Kreuzung. Wir wussten zwar ungefähr wo wir waren, wussten aber nicht, wo es ein Restaurant gibt. Am Strassenrand war ein Mann daran, seinen Gartenzaun anzustreichen. Miri ging zu ihm hin und frage, ob er ein Restaurant in der Nähe wüsste. Ein paar Jäääh's und Joooh's später machten wir und dann auf den vermeintlichen Glücksweg. Leider erwies sich das Restaurant als Bierkneipe, wo es ausser Bier und einigen Bier-Snacks nichts wirkliches zu essen gab (oder alles andere auf der Karte ausverkauft war). Miri hatte die Nase voll und wollte auf den Zeltplatz zurück, ich wollte aber nicht aufgeben, wissend wie sehr sie sich etwas zu essen wünschen würde und so nahmen wir das Tram zwei Haltestellen wo wir die Pizzeria wussten. In dieser Pizzeria wurden wir dann auch „fündig“ und es gab für jeden von uns eine halbe Pizza zum Znacht. Der Rückweg war dann wesentlich einfacher. Wir gingen zu Fuss über die Strasse, auf der wir am Tag mit dem Bus kamen, die etwas durch den Wald führte und ich erzählte Miri die Geschichte vom legendären Kasperli-Theater, das uns meine Mutter eines Nachmittags in der Stube des Hauses am „Langhanser-Gässli“ vorspielte. Es war sehr kalt geworden – 4°C sollten es laut Wetterbericht werden – und es wurde auch. Allerdings hört sich der Wert kälter an, als es wirklich war...
Montag, 6. September 2010
Sonntag, 05. September 2010 [Mariánské Lázně]
Samstag, 04. September 2010 [Mariánské Lázně]
In Mariánské Lázně angekommen, machten wir uns auf die Suche nach dem Zeltplatz. Zuerst nahmen wir den Trolleybus bis zur Station wo wir umsteigen sollten, dort fanden wir heraus, dass der Bus den wir nehmen sollten am Samstag irgendwie nicht fährt. Miri fragte dann noch eine Frau an der Bushaltestelle und die meinte, dass selbst wenn der Bus fahren würde, es noch weit zu Fuss zu gehen wäre von der Station. Angesichts der etwas fortgeschrittenen Zeit (es war doch schon 20:00) beschlossen wir, zuerst in einem Hostel in der Stadt anzurufen, wo man für etwa 30 Franken zu zwei übernachten kann. Da dort noch Plätze frei waren kamen wir dort unter und liessen das Zelt für zwei Tage in seiner Tasche.
Samstag, 4. September 2010
Freitag, 03. September 2010 [Oberwiesenthal, D]
Nach der Glasfabrik fuhren wir mit dem Bus zurück in die Stadt und warteten auf Miri's Eltern, die wir treffen sollten um mit ihnen dann weiter zum Jaro, einem Freund aus Krefeld, den ich auch vom Fussball spielen dort kannte. Wir schlenderten durch die Stadt und beschlossen, etwas dem Fluss zu folgen. Die folgenden Eindrücke lassen sich nur schwer beschreiben... Zuerst kamen wir zu einer Kolonade. Meiner Auffassung nach ist eine Kolonade eine Säulenhalle- also ein Dach, das von Säulen gestützt ist und somit einen überdachten Gang gibt (so ähnlich, wie im alten Herblingermarkt dieses orange Ding, das den Migros mit dem Coop verband – nur natürlich nicht aus Plastik und etwa 10 Millionen mal schöner). In diesen Kolonaden befinden sich die Quellen- meistens kleine Brunnen aus Messing oder Bronze wo das mineralienreiche Wasser warm bis heiss in ein Becken läuft und man davon trinken kann. 15 oder 20 verschiedene Quellen gibt es – alle mit anderen Temperaturen und Zusammensetzungen. Auf eine Länge von etwa 1km erstrecken sich wunderschöne, bunt verzierte, verschnörkelte Gebäude und in der Mitte ein Fluss, eine Flaniermeile und eben solche Kolonaden. Eigentlich wunderschön- nur- man meint, man sei in Russland... Alles ist Russisch angeschrieben. Werbung, Plakate, Aushänge von Restaurants, alles Russisch. An Gebäuden hängen Plakate nur auf Russisch: „zu verkaufen“. Mega schräg!! Wir kamen mit einer Verkäuferin ins Gespräch (offensichtlich eine Tschechin) die in einem dieser hunderten von Souvenirläden Kram verkaufte und ich sagte zu Ihr, dass mir Karlovy Vary etwas scheint wir „Klein St. Petersburg“. Sie sagte: „Was, klein St. Petersburg?? Gross St. Peterburg. Nur Russen hier, und immer mehr!!“ Sie seufzte, ehe sie unmissverständlich ihrem Unmut über die Russen Luft machte. Speziell in der Kolonaden-Meile (wenn ich sie mal so nennen darf) sind die Leute, die mit so speziellen Krügen von Quelle zu Quelle pilgern, dort ihre Krüge auffüllen und durch einen langen Hals das was ausschlürfen. Das seien spezielle Spa-Krüge. Man muss sich das vorstellen wie eine kleine, schmale Blumenvase, mit einem Ausguss eines Teekrugs. Der Ausguss ist aber höher als die Blumenvase selber und dient somit wie ein Stohhalm zum trinken. Die Leute hängen dann dort in der Kolonade zum, füllen ihre Teekrug-Vasen auf und halten sie wie Tabak-Pfeiffen an den Mund und saugen daran. Das hat durchaus einen Sinn: gewisse Quellen sind über 60°C heiss und somit nicht direkt ab Brunnen trinkbar... Diese Teekrug-Vasen kann man natürlich dort vor Ort in diesen Souvenir-Läden zu hundert-tausenden kaufen, bedruckt, graviert, bemalt. So vielfältig wie die Leute, so vielfältig ihre Vasen.
Am späten Nachmittag kamen dann Miri's Eltern auch in Karlovy Vary an. Wir schlenderten ein Stück gemeinsam durch die Kolonade, ehe wir dann zu ihrem Auto gingen und weiter zum Bahnhof um unsere Rucksäcke abzuholen. Dann fuhren wir noch etwa 35km zu Jarek und Ida, die ein Ferienhaus im Erzgebirge, nur wenige Kilometer hinter der Grenze haben. Dort wurden wir herzlich empfangen, bekamen ein feines Nachtessen und schliefen dann dort auf der Couch (Bettsofa). Nach zwei Nächten im Zelt eine willkommene Abwechslung...
Donnerstag, 02. September 2010 [Karlovy Vary]
Wir machten unser bereits bekanntes Prozedere – zum Bahnhof gehen und dort die Rucksäcke deponieren – und suchten und in der Stadt etwas zum Frühstück. Wir fanden eine super Bäckerei und kauften (nicht ganz Manser-kompatible) Gebäcke und assen die gleich auf der Strasse. Später tranken wir Kaffee in einem Geschenke-Laden, der noch eine Kaffee- und Sandwich-Theke hatte (das ist jetzt nicht sooo schräg, wie man sich das vielleicht vorstellt – Ihr hättet es eben sehen müssen...). Anschliessend gingen wir zum Schloss und genossen kurz den Ausblick auf die Elbe. Wir fotografierten den vermeintlichen Elbe-Moldau-Zusammenfluss und wunderten uns noch, dass die Moldau sehr klein sei, bis wir dann feststellten, dass dies gar nicht der echte Zusammenfluss ist, sondern nur ein kleiner Kanal und der Zusammenfluss hinter einer Bergkuppe versteckt war. Später liess ich dann dort in der Stadt noch einen Film express entwickeln, weil ich immer Probleme mit dem Fotoapparat hatte. Ich erhoffte mir davon zu erfahren, ob die Kamera wirklich funktionsuntauglich oder nur eingeschränkt funktionsfähig war. Doch so richtig fand ich das auch nach dem Entwickeln des Filmes nicht heraus- alles was ich wusste, dass nur etwa ein Drittel der Fotos brauchbar waren. Aber ein deutliches Fehlerbild ergab sich mir nicht... Ich fotografierte weiter... Wir beschlossen dann, am gleichen Tag noch nach Karlovy Vary (Karlsbad) zu fahren. Das war eine etwas längere Zugreise (so etwa 4 Stunden, knapp 200km). Darum mussten wir schon um 15:00 auf den Zug. Wir fuhren über Ústí nad Labem und Chomutov nach Karlovy Vary. Dort angekommen machten wir uns auf die Suche nach einem Zeltplatz. Respektive auf die Suche nach einem Bus zum Zeltplatz. Zuerst mussten wir einmal einen Bus finden in die Stadt, da der Bahnhof (der obere von beiden) ein bisschen oberhalb der Stadt liegt und es zu Fuss eine gute halbe Stunde ins Zentrum gewesen wäre. Nun offenbarte sich uns eine kolossale Schwäche vom Busnetz in Karlovy Vary. Es gibt zwar etwa 15 oder 20 Buslinien, die meisten fahren jedoch im ein- bis zwei-Stunden Takt. Und wenn man mit einer Linie im Zentrum ankommt, wartet man leicht über eine halbe Stunde auf den Anschluss. Wir hatten zwei Zeltplätze zur Auswahl, beide waren weit ausserhalb der Stadt – und wir hatten noch nichts gegessen. Miri bestand darauf, noch etwas zu essen – nur hatten wir zu wenig Zeit zu essen bevor der Bus fuhr und hatten aber umgekehrt keine Information ob es an einem der Zeltplätze ein Restaurant gibt. Wir diskutierten bis zwei Minuten bevor der Bus fuhr und nahmen schliesslich volles Risiko und den ersten Zeltplatz – nicht zuletzt der Tatsache Rechnung tragend, dass es dunkler und dunkler wurde und wir auf den Bus für den zweiten Zeltplatz noch weitere 20 Minuten hätten warten müssen. Wir fuhren dann mit dem Bus etwa 25 Minuten aus der Stadt hinaus in die Dämmerung und stiegen in der Wildnis, an einem Waldrand aus dem Bus aus, wo wir es gemäss Beschreibung hätten tun sollen. Von weit sah man ein beleuchtetes Gebäude und in der Dämmerung waren eine unbeleuchtete Strasse zu erkennen. Wir folgten dieser Strasse für etwa 400m und kamen in eine Feriensiedlung mit kleinen Häuschen und einem beleuchteten Hotel. Miri rief die Frau vom Campingplatz nochmals an und die sagte, wie wäre schon nach Hause gefahren aber wir sollten einfach irgendwo das Zelt aufstellen und sie würde dann am anderen Tag mit uns abrechnen. Es war schon fast dunkel, wir bauten das Zelt auf und suchten uns im Hotel etwas zu essen. Dort war eine sehr nette Frau, die uns sagte, wir könnten uns alles aussuchen von der Speisekarte. Wir füllten unsere leeren Bäuche und besetzten nebenbei mehrere Steckdosen um PC, Handies und Kamera aufzuladen. Anschliessend bezahlten wir, kehrten zu unserem Zelt zurück und wollten Zähne putzen gehen, fanden in der Dunkelheit das Toiletten-Gebäude nicht (es war gleich neben unserem Zelt, wie wir am anderen Tag dann herausfanden). Somit schlichen wir noch einmal ins Hotel und putzten uns dort auf der Toilette die Zähne. Um 23:00 krochen wir totmüde in unsere Schlafsäcke und lauschten dem Regen der fein aufs Zelt klopfte...
Mittwoch, 01. September 2010 [Mělnik]
Gleich nebenan ist ein Ausstellungsraum für Fahrzeuge, wo man auch gleich beim Werk bestellen kann. Das Top-End-Modell, der Škoda Superb Kombi kostete dort etwa 55'000 Franken (fast eine Million Tschechische Kronen). Wir hätten gerne einen mitgenommen aber unsere Portokasse wies nicht die erforderliche Deckung auf...
Nach den vielen Fahrzeugen im Museum tranken wir Kaffee und holten dann im Hotel unsere Rucksäcke ab. Wir kauften noch ein und versicherten uns, genug Kleingeld für den Bus dabeizuhaben. Der Busfahrer war der gleiche wie am Vortag und begrüsste uns mürrisch. Wir fuhren zum Bahnhof und dort mit dem Zug via Všetaty (sprich: Vschetaty) nach Mělnik (sprich: Mjelnik). Mělnik ist der Ort wo die Moldau und die Elbe zusammenfliessen und als Elbe weiter durch Deutschland bis nach Hamburg in die Nordsee führt. Interessanterweise heisst der Fluss Elbe, obwohl eigentlich die Moldau als Zufluss grösser ist als die Elbe, in die sie fliesst. Den Pragern kratzt das etwas an ihrem Stolz, existiert doch ihr Wahrzeichen nur noch bis etwa 30km unterhalb der Stadt und heisst von da an Elbe. Eben.
Also Logi stand bei uns zum ersten Mal zelten auf dem Programm. Miri hatte einen Zeltplatz samt Telefonnummer ausgemacht und rief dort an, als wir Mělnik erreichten. Vom Bahnhof waren es noch etwa 1.5km zu Fuss. Dort angekommen sagte man uns, wir könnten uns den Platz auf der Wiese aussuchen, da die Saison vorbei sei und wir die einzigen zeltenden Besucher wären. Das machte die Sache indes nicht einfacher, da es soviel Punkte zu beachten galt und wir etwa eine Viertelstunde über diverse Plätze diskutierten, ehe wir und daran machten, unser Zelt aufzubauen. Das Zelt war ziemlich schnell aufgebaut und wir richteten uns ein. Anschliessend picknickten wir neben dem Zelt das restliche Brot, Käse und Schinken. Um 22:00 krochen wir in unsere Schlafsäcke und schliefen zufrieden ein.
Donnerstag, 2. September 2010
Dienstag, 31. August 2010 [Mladá Boleslav]
Wir stellten dabei fest: Lieberec ist für Frauen das wahre PARADIES!!! Ich habe noch nie so viele Schmuckläden auf einem Haufen gesehen. Und die Auswahl ist riesig!! Dazu viele Einkaufszentren und duzende Läden mit Kleidern.
Ich mache es kurz: Miri fand Schuhe, jedoch keine Uhr. Doch beim shoppen sind 50% Erfolg bereits bahnbrechend, oder nicht?
Wir nahmen dann den Zug um 16:02 nach Mladá Boleslav. Das waren etwa 60km Bahnfahrt durch schönes Tschechisches Hinterland. In Mladá Boleslav angekommen merkten wir, dass der Bahnhof hier ziemlich ausserhalb der Stadt in einem Industriegebiet lag. Miri erkundigte sich, wie wir in die Stadt reinkommen können, während ich vor dem Bahnhof eine Tafel mit Busfahrplänen entdeckte. „Ihr“ Zug wäre um 17:44 gefahren, „mein“ Bus jedoch schon um 17:30. Nach kurzer Diskussion trafen wir den folgenschweren Entscheid, den Bus zu nehmen- mit fatalen Folgen: leider wird in der Stadt zur Zeit grossflächig gebaut. Deshalb werden einige Stationen gar nicht angefahren. Das brachte mich irgendwie durcheinander und irgendwann waren wir dann wieder ausserhalb der Stadt aber in der anderen Richtung. Nach etwa 25 Minuten Fahrt stiegen wir irgendwann aus und wechselten die Strassenseite um in der Gegenrichtung wieder in den Bus zu steigen. Leider war der Busfahrer derselbe und – da wir uns bei der Hinfahrt beim Bezahlen am Münzautomaten „etwas dumm angestellt hatten“ - winkte uns ohne bezahlen durch. Miri fand es peinlich; ich nicht so sehr. Wir fuhren dann zurück und stiegen an der Station die uns am besten erschien aus, packten Laptop und GPS-Empfänger aus und machten uns auf die Suche nach einem Hotel. Dieses fanden wir dann nach etwa 1km Fussmarsch und waren froh, die Odyssee beendet zu haben.
Anschliessend gingen wir Essen- „Tatarski Biftek“ - Tartar nach Tschechischer Art. Wunderbar!! Mit viel Knoblauch!! Dazu ein feines Bier – nur der Mundgeruch nachher ist SCHRECKLICH (Bier-Knoblauch-Gemisch). Aber wenn beide dasselbe essen, ist das nicht so schlimm...
Nach dem Essen mussten wir noch eine „Večerka“ (sprich Vetscherka) suchen- das ist ein Laden, der bis spät in die Nacht geöffnet ist. Wir hatten nämlich kein Wasser mehr und der sich anbahnende, vom Knoblauch unbändig gewordene Durst braucht viiiiiel Wasser um gelöscht zu werden... Na dann Prost!!
Dienstag, 31. August 2010
Montag, 30. August 2010 [Liberec]
Zuerst gingen wir zum Bahnhof und deponierten unsere Rucksäcke. Es war ein schöner Morgen, die Sonne schien und es war sogar ein bisschen warm. Anschliessend wollten wir ins Tourismus Informations Büro doch das war leider am Montag geschlossen. Wir versuchten es dann auf eigene Faust und informierten uns an einer modernen Infotafel mit Lautsprecher und interaktiver Karte (rechts hat es eine Tastatur, wo man die Nummern von Sehenswürdigkeiten oder anderen POIs aus einer Liste eingeben kann- dann kommt aus dem Lautsprecher eine Litanei über die gewünschte Sehenswürdigkeit und auf der Karte blinken LEDs mit dem eigenen Standort und dem Standort der Sehenswürdigkeit). Die Altstadt liegt auf der anderen Seite der Elbe, also überquerten wir den Fluss über die lange, neu gebaute Autobrücke und hielten uns anschliessend rechts und kamen in die Altstadt. Dort „frühstückten“ wir, kauften in einer Bäckerei diverse Backwaren und setzten uns damit auf eine Bank. Anschliessend erklommen wir das Schloss, besichtigten es von aussen und tranken dort Kaffee. In der Zwischenzeit kippte das Wetter leider und es begann zu regnen. Wir beschlossen dann zum Bahnhof zurückzukehren und mit dem Zug nach Liberec (sprich: Liberetz) zu fahren. Das taten wir dann auch und um 15:45 verliessen wir Děčin (sprich: Djetschin). Um etwa 17:40 erreichten wir in einer 90km langen, 1h 55min dauernden Zugfahrt quer durch einsamste Gebiete, Liberec.
Dort suchten wir zuerst eine Logis und fanden nach einigem Suchen eine Ubytovna (Unterkunft). Dort bekamen wir für CZK 300 (das sind etwa CHF 17) ein Zimmer ohne Dusche/WC, was uns jedoch nicht störte. Das Zimmer war okay, alt aber gepflegt. Das Gebäude war gerade dabei, renoviert zu werden. Dementsprechend war etwas „Baustelle“ überall, es roch nach Farbe, was wir jedoch nach der Erfahrung tags zuvor gerne in Kauf nahmen. Am Abend schauten wir uns kurz im Zentrum von Liberec um und gingen dann fein Tschechisch essen.
Sonntag, 29. August 2010 [Děčin]
Es gibt Tage, die dürfte es eigentlich gar nicht geben. So einer ist auch dieser Sonntag. Unser Zeitplan war klar, wollten wir doch den Zug um 11:36 in Hannover erreichen. Somit startete unser Tag um 06:30 in der Jugendherberge in Zeven/Bademühlen. Wir packten unsere Rucksäcke, machten das Zimmer in Ordnung und gaben die Schlüssel ab. Dann fuhren wir zu Anneliese und Petra (wo wir Hilde und Bonnie aufladen mussten) und frühstückten dort. Um etwa 08:20 machten wir uns dann zu Viert auf den Weg nach Heiligenrode um dort bei Familie Gajdacz meine Eltern, Jemi und Josua aufzuladen. Leider fuhren wir in Stuhr nach der Autobahn-Ausfahrt falsch und mussten uns den richtigen Weg durchtelefonieren. Dabei verloren wir etwa eine Viertelstunde und waren (statt um 09:00) erst um 09:20 bei meinen Eltern. Schnell alles eingeladen und verstaut und weiter gefahren. Alles schien perfekt im Zeitplan – kurz vor Hannover jedoch Stau auf der Autobahn – 10km wie sich später herausstellen sollte. Die Uhr tickte gnadenlos runter und am Ende waren es noch 10 Minuten bis zur „Deadline“ ehe wir aus dem Stau kamen und die Abfahrt nehmen konnten. Wir fuhren in die Stadt rein, erreichten den Bahnhof um etwa 11:39, stiegen aus, in den Bahnhof rein, wo wir um 11:41 einsehen mussten, dass der Zug weg war.
Leider hatten wir ein Ticket, wo wir an diese Verbindung gebunden waren- dieses war damit faktisch ungültig geworden- trotzdem versuchten wir unser Glück am Schalter. Dort bot man uns an, uns von der Zugbindung freizukaufen. Das kostete dann €80 (die Differenz vom Sparpreis zum normalen Preis plus €15 für die Umtriebe). Damit „sparten“ wir doch etwa €45 zum Preis den wir bezahlt hätten, wenn wir direkt ein neues Ticket gelöst hätten.
Ich wollte dann am Billett-Automaten schauen, wann die beste Verbindung für uns wäre. Da sah ich, dass es einen Zug um 12:21 gäbe. Leider war schon 12:20. Ich sagte zu Miri: „Los, versuchen wir's“. Im Laufen sah ich irgendwo noch „Gleis 10“ angegeben, wir kamen die Treppe hoch, da rollte der Zug an und fuhr weg. Pech gehabt. Wir setzten uns dann in ein gemütliches Restaurant im Bahnhof, tranken Kaffee und warteten auf den nächsten Zug, den wir um 13:36 dann auch erreichten. Er fuhr pünktlich los, hatte jedoch am Ende in Leipzig 18 Minuten Verspätung. Das war weiter nicht schlimm, denn wir hatten trotzdem noch 10 Minuten zum Umsteigen. Der Anschlusszug hatte seinerseits schon 10 Minuten Verspätung die bis Dresden dann auf 11 Minuten anwuchs. Dort hatten wir wiederum eine Stunde Aufenthalt, kauften Billette und setzten uns in den Zug nach Tschechien. Der fuhr los, nach etwa 20 Minuten hielt er an und blieb stehen- etwa 40 Minuten. In der Zwischenzeit wurde es dann dunkel und als wir endlich den schönen Sandfelsen am Elbe-Ufer entlang fuhren, war es dunkel. Wir versuchten uns nicht zu ärgen und bereiteten uns geistig auf die Ankunft in Děčin (sprich: „Djetschin“) vor. Dort angekommen (in der Zwischenzeit war die Verspätung etwa 50 Minuten) suchten wir nach einer Logis. Im Lo-Plä hatte es ein Hotel, „Hotel Post“; aber aus welchem Grund auch immer, gingen wir nicht in dieses sondern bevorzugten es, selber zu suchen. Wir durchstreiften in der Dunkelheit ein paar Strassenzüge und fanden schliesslich die Aufschrift „Penzion“ auf einer Hausfassade. Die Türe war verschlossen, jedoch ein Zettel daran, man solle sich im Kiosk nebenan melden. Wir betraten den Kiosk und fragten, ob die Pension noch frei wäre. Ja das ist sie, CZK 600 würde es kosten pro Nacht. Wir schauten uns kurz an und erklärten uns einverstanden. Die Frau wollte das Geld haben (wie halt so üblich da...), schrieb Dinge aus Miris Pass in eine Liste. Dann gab sie ihr den Schlüssel oder besser gesagt ein ganzer Schlüsselbund, was mich leicht stutzig machte. Wir gingen dann wieder auf die Strasse, öffneten mit dem ersten Schlüssel die erste Türe, traten in einen schmalen, dunklen Gang ein, kamen durch eine noch schmalere Pendeltüre zu einer Treppe. Auf halber Höhe zwischen Erdgeschoss und 1. Stock versperrte eine Gittertüre den Weg, die der zweite Schlüssel (es war glaub der Violette oder der Rote, weiss nicht mehr) öffnete. Dann im 1. Stock eine Türe mit braunem Kunstleder besattelt, daneben ein Schild wo auf Deutsch stand: „Zimmer 1, 2“ was mich wieder etwas Mut schöpfen liess. Der dritte Schlüssel öffnete die Kunstleder-Tür und wir kamen in einen schmalen Gang mit wiederum zwei Türen. Der Vierte Schlüssel öffnete die Türe mit der Aufschrift „2“ und wir betraten unser Zimmer. Miri wäre wohl am liebsten wieder rückwärts herausgegangen, ich versuchte, die schockierenden Eindrücke mit ähnlichen Erlebnissen zu vergleichen um herauszufinden, ob ich wohl diese Nacht überleben werde oder nicht. Das Zimmer war etwa 20m2 gross, hellrot gestrichen und schmuddelig. Vorne beim Fenster standen zwei abgewetzte Polsterstühle, rechts im Raum ein Dritter, links ein abgewetztes Sofa im gleichen Look. An der Wand hingen Bilder von nackten Paaren in eindeutigen Posen. In einer Ecke stand noch eine Duschkabine, dahinter war, in einem separaten Raum, eine Toilette. Dazu roch es mufflig nach abgestandenem Rauch. Wir sahen uns an; Der Schock sass tief.
Wir fassten uns wieder, zogen uns die Jacken wieder an um noch schnell an die frische Luft und eine Kleinigkeit essen zu gehen. Wieder die gleiche Tür-Prozedur zurück in den schmalen Gang im Erdgeschoss, wo uns jetzt bei genauerem Betrachten weitere Bilder von nackten Frauen an den Wänden auffielen. Im weiteren war dort ein kleiner Schalter der jetzt nicht besetzt war mit der Preisliste, wo im oberen Drittel die Preise pro Tag, im unteren Drittel die stundenweisen Preise aufgelistet waren. Das erklärte einiges- unsere Pension wird unter anderem auch (oder vorwiegend??) als Stunden-Hotel vermietet. Das vorneweg: wir schliefen in unseren Schlafsäcken und nicht unter den Bettdecken.
Wir schlenderten durchs Städtchen und fanden ein paar Häuserecken weiter einen Italiener. Der Chef persönlich bediente uns, war sehr freundlich und sprach sogar Deutsch. Wir assen beide einen grossen Teller Salat. Anschliessend kehrten wir in unsere Pension zurück und gingen schlafen.