Samstag, 11. September 2010

Donnerstag, 09. September 2010 [České Budějovice]

Um etwa 02:30 erwachte ich, da meine Hand eingeschlafen war weil ich auf ihr drauf lag. Es regnete stark und der Regen klopfe auf das Zeltdach. Ich drehte mich von der Seite auf den Rücken und nahm meinen Rucksack als Kopfkissen. Plötzlich nahm ich den Geruch von kalten Rauch wahr, so wie ein voller Aschenbecher riecht oder der Atem von einer Person, die zuvor geraucht hat. Ich dachte mir: „wer raucht hier?“. Schlaftrunken sah ich am Innenzelt den Schatten vom Vorzelt und es sah aus, als ob jemand dabei wäre, raus- oder reinzukriechen. Ich dachte mir, ob wohl Miri auf die Toilette musste und griff mit der flachen Hand auf den Schlafsack neben mir. Doch ich fühlte Miri im Schlafsack. Mit einem Schlag wurde ich hellwach! Versuchte da jemand ins Zelt zu kommen? Ich richtete mich leise auf und blickte durch das Insektennetz am Dach des Zeltes. Ich sah, dass der Reissverschluss des Vorzeltes auf einer Seite offen war und – ich bekam einen Adrenalinstoss – eine Gestalt kniend am Eingang des Vorzeltes. Mein Puls stieg, Gedankenblitze durchzuckten mich. Was tun? Die Gestalt zog kurz zurück, tauchte nun tiefer ins Vorzelt und ich konnte einen Mann, etwa 40 Jahre alt mit Glatze, dunkler Haut und hellbraunen 3/4-Hosen erkennen. Ich sagte laut „Hey!“, er erschrak, stiess einen Laut aus, kroch zurück und lief weg. Ich glaubte, zwei Personen weglaufen gesehen zu haben kann das aber nicht mit Sicherheit sagen. Miri erwachte, schreckte auf, fragte: „Beni, was ist los?“. Ich erzählte ihr alles während ich fühlte, wie mein Puls langsam wieder herunterkam. Ich zündete die Taschenlampe an, kontrollierte alles, es fehlte zum Glück nichts. Aber der Eingang vom Zelt war bereits etwa 20cm geöffnet. Wahrscheinlich konnten sie nur deswegen nicht reingreifen, weil mein Rucksack davor lag mit meinem Kopf drauf. Gleich daneben hätte mein Natel, meine Uhr und der Laptop gelegen. Uff, das war eine Bewahrung!!! Ich erklärte Miri alles und wir waren sicher noch eine Stunde lang wach. Was mich dabei am meisten fürchten liess war die Tatsache, dass ich keinen Ton gehört habe. Okay, es war relativ laut weil es aufs Zeltdach regnete aber ich erkannte den Dieb nur am Geruch und am Schatten auf dem Innenzelt. Gänsehaut...
Als ich am Morgen erwachte, konnte ich es nach wie vor kaum glauben, was ich ein paar Stunden zuvor erlebte. Es war wie ein böser Traum- einfach wahr... Wir standen auf, und machten uns fertig, in die Stadt zu gehen. Als wir bei der Rezeption vorbeikamen, erzählten wir, was letzte Nacht passierte. Die Reaktion war im Sinne von „Mein Name ist Hase...“. Es sei noch nichts weggekommen diesen Sommer. Denkste!! Als Vergleich: im ländlichen, friedlichen Plzeň klagte die Rezeptionistin, dass diesen Sommer viel gestohlen worden sei. Und in České Budějovice, in einem Quartier, wo jedes Haus eingezäunt mit Tor versehen ist, wo man nachts „besucht“ wird, noch nichts? Nee, glaube ich nicht! Egal. Wir liessen uns die Stimmung nicht wirklich vergällen davon und schauten uns die Stadt an. Es gibt dort einen wunderschönes Zentrum mit einem grossen Platz und den, für Tschechien üblichen bunten Häusern. Wir schlenderten durch die Stadt und schauten dann und wann wieder einmal in einem Geschäft rein. Dabei fanden wir Spielsachen, die uns aus der Jugendzeit bekannt waren und in der goldenen Vergangenheit schwelgen liessen. Ich wurde einmal fast weich, als es ein Starterset vom Mehano (!!) mit einer Lokomotive und vier Wagen für umgerechnet etwa 100 Franken gab. Aber ich kaufte es nicht, immer mit dem Hintergedanken, es könnte ja noch etwas besseres kommen und ich müsste es dann doch noch mindestens eine Woche (bis zu Miris Eltern) mit mir mittragen. Miri wurde bei Prior beim Schmuck weich, kaufte etwas passend zu einem Kleid, das sie genäht hatte und hätte beinahe noch mehr eingekauft. Was mich nicht gestört hätte, denn Miri kauft sich äusserst selten Schmuck. Der Tag verging im Flug und wir kehrten zurück auf den Zeltplatz, was unsere Gefühle mit einbrechender Dunkelheit etwas mulmig werden liess. Wir warnten alle Leute auf dem Zeltplatz (eine Handvoll Zelte und zwei Wohnmobile), nahmen bei Motorest (siehe gestern) unsere Suppe zum Nachtessen und krochen in unser Zelt- nur das wir dieses Mal die Reissverschlüsse mit einem Kabelbinder zusammenbanden.

To samé v skrátce a česky

V noci nám lezl zloděj do stanu. Beni naštěstí nespal, na zloděje vyjekl a náš majetek úspěšně ochránil. Já jsem se probudila až když Beni houkl na zloděje a ten byl na útěku, takže kdybych tam byla sama, tak mě sebere i se spacákem. Ráno se tomu recepční vůbec nedivila, takže asi to je normální. Jo, a za stovku jsem mohla vyprat jednu pračku prádla. Historické centrum Českých Budějovic je hezké, ale už to není takové vzrušo jako např. Plzeň. Pojedli jsme v nějaké restauraci a největším zážitkem bylo hračkařství, kde jsme našli hračky našeho mládí. Já jsem se pak ještě zapomněla v bižuterií, bolest hlavy z nevyspané noci jsme zmírnili v kavárně no a v kempu jsme se zahřáli ještě polevkou. Do spacáku jsme ulehli s naději, že se už nikdo k nám dobývat nebude...v noci jsem sice na zloděje čekala, že ho jako vylekám tentokrát já, ale nepřišel...dobrou

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