Miri freute sich aufs Frühstück im Hotel: „Endlich muss ich mal kein Brot essen zum Frühstück“, meinte sie. Das war dann auch so: es gab Müesli, Joghurt, Eier, Fleisch aber natürlich auch Brot. Nach dem Frühstück deponierten wir unsere Rucksäcke bei der Rezeption und erkundeten die Stadt. Nach dem Streifzug durch die Stadt besuchten wir noch das Škoda-Museum (sprich: Schkoda). Die 100 Jahre Zeitreise waren sehr interessant. Erstens der Werdegang der zwei Gründer – wie so oft ein Erfinder/Tüftler und einer, der das Finanzielle und Organisatorische im Griff hatte – zweitens die Technische Entwicklung der Fahrzeuge. Anfangs wurden Fahrräder gebaut, dann Motorräder und schliesslich dann Fahrzeuge. Die ersten hatten mit Autos in unserem Sinn noch nicht viel zu tun. Das Museum ist aber sehr empfehlenswert- es hat originale, restaurierte Fahrzeuge in einem super Zustand und dokumentiert die Firmengeschichte sehr gut.
Gleich nebenan ist ein Ausstellungsraum für Fahrzeuge, wo man auch gleich beim Werk bestellen kann. Das Top-End-Modell, der Škoda Superb Kombi kostete dort etwa 55'000 Franken (fast eine Million Tschechische Kronen). Wir hätten gerne einen mitgenommen aber unsere Portokasse wies nicht die erforderliche Deckung auf...
Nach den vielen Fahrzeugen im Museum tranken wir Kaffee und holten dann im Hotel unsere Rucksäcke ab. Wir kauften noch ein und versicherten uns, genug Kleingeld für den Bus dabeizuhaben. Der Busfahrer war der gleiche wie am Vortag und begrüsste uns mürrisch. Wir fuhren zum Bahnhof und dort mit dem Zug via Všetaty (sprich: Vschetaty) nach Mělnik (sprich: Mjelnik). Mělnik ist der Ort wo die Moldau und die Elbe zusammenfliessen und als Elbe weiter durch Deutschland bis nach Hamburg in die Nordsee führt. Interessanterweise heisst der Fluss Elbe, obwohl eigentlich die Moldau als Zufluss grösser ist als die Elbe, in die sie fliesst. Den Pragern kratzt das etwas an ihrem Stolz, existiert doch ihr Wahrzeichen nur noch bis etwa 30km unterhalb der Stadt und heisst von da an Elbe. Eben.
Also Logi stand bei uns zum ersten Mal zelten auf dem Programm. Miri hatte einen Zeltplatz samt Telefonnummer ausgemacht und rief dort an, als wir Mělnik erreichten. Vom Bahnhof waren es noch etwa 1.5km zu Fuss. Dort angekommen sagte man uns, wir könnten uns den Platz auf der Wiese aussuchen, da die Saison vorbei sei und wir die einzigen zeltenden Besucher wären. Das machte die Sache indes nicht einfacher, da es soviel Punkte zu beachten galt und wir etwa eine Viertelstunde über diverse Plätze diskutierten, ehe wir und daran machten, unser Zelt aufzubauen. Das Zelt war ziemlich schnell aufgebaut und wir richteten uns ein. Anschliessend picknickten wir neben dem Zelt das restliche Brot, Käse und Schinken. Um 22:00 krochen wir in unsere Schlafsäcke und schliefen zufrieden ein.
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