Freitag, 17. September 2010

Mittwoch, 15. September 2010 [Řeka]

Um ziemlich genau 04 Uhr erwachte ich. Ich hörte jemanden auf Tschechisch fluchen wie ein Henker. Die wüstesten Wörter die ich kannte und die Miri sagte, dürfe man niemals sagen. Dazwischen hörte ich dumpfe Schläge und klirrendes Glas. Mich schauderte es: „was ist das schon wieder? Randaliert da einer auf dem Campingplatz?“. Ich hörte einige Minuten zu, dann bemerkte ich, dass Miri ebenfalls erwacht war und wir werweisten, was wohl los war. Miri sagte: „Das ist Pepi“. „Meinst Du?“, fragte ich. „Ja sicher, es ist dieselbe heisere Stimme wie gestern Abend, nur jetzt besoffen“. Dann hörten wir noch eine Frauenstimme- gleich wie die von der Frau in der Rezeption. Auch sie tönte total betrunken. Miri hörte eine Weile zu, dann sagte sie: „Er ist wohl irgendwo Alk holen gegangen und ihm ist eine Flasche heruntergefallen“. Und er war wohl so betrunken, dass er es irgendwie nicht mehr auf die Reihe kriegte. Wir hörten dann die zwei noch eine Weile diskutieren, dann wurde es still. Miri konnte aber nicht mehr sofort einschlafen und sagte, sie hätte den Pepi später gehört auf den Bus gehen und am morgen, während ich mich duschte, sei er wieder zurückgekommen mit dem Bus. Schräge Geschichte.
Am Morgen standen wir um 08 Uhr auf, bauten das Zelt ab, trugen es auf einen grossen Teerplatz neben der Wieso, reinigten es so gut es ging und packten alles zusammen. Um halb Zehn nahmen wir den Bus in die Stadt und sagen nun bei Tageslicht, wo wir am Abend zuvor in der Dunkelheit rumgekurvt waren. Naja, bei Tageslicht schaut es dann meist einfach aus... In der Stadt deponierten wir unsere Rucksäcke am Bahnhof in einem Schliessfach und gingen in die Stadt. Im Lonely Planet wurde uns eine Crêperie empfohlen, diese suchten wir dann auf und frühstückten dort. Dann bummelten wir weiter durch die Stadt und schauten ab und zu wieder in ein Geschäft rein. Auf einem Platz war Markt; Miri kaufte dort einen Sack Zwetschgen, ich saure Gurken. Am Nachmittag stellten wir ganz auf shoppen um und gingen in ein grosses Einkaufszentrum zwischen Bahnhof und Bushof. Wir schauten alles mögliche an, kauften aber paradoxerweise nichts. Nach 17 Uhr kehrten wir zum Bahnhof zurück, kauften Billette nach Český Těšín (sprich: Tscheskii Tjeschiin). Wir holten unsere Rucksäcke aus dem Schliessfach und gingen auf den Zug. Nach gut zwei Stunden waren wir in Ostrava-Svinov, umsteigen, noch eine knappe Stunde und wir waren in Český Těšín. Dort holte uns Miris Vater ab und wir fuhren noch etwa eine Viertelstunde mit dem Auto nach Řeka (sprich: Rscheka) wo Miris Eltern wohnen. Miris Mutter und ihr Bruder erwarteten uns schon sehnlich und das Nachtessen stand schon auf dem Tisch. Wir plauderten und erzählten bis spät in den Abend...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen