Genauso fein wie das Nachtessen am Abend zuvor, war das Frühstück am Morgen. Wir genossen es sehr und plauderten viel, ehe wir uns dann aufmachten ins Erzgebirge. Miri's Eltern blieben noch ein paar Tage in Oberwiesenthal, wir reisten weiter. Aber noch verbrachten wir den Tag zusammen mit Jaro, seiner Frau, Miri's Eltern und ihrem Bruder Jonatan. Zuerst fuhren wir auf den Fichtelberg (1215m), den höchsten Punkt des Erzgebirges auf Deutscher Seite, der sich gleich oberhalb Oberwiesenthal befindet. Anschliessend rüber nach Tschechien auf den Klínovec (1244m), den höchsten Punkt des Erzgebirges. Die Aussicht war schön, die Temperatur weniger und der Wind machte das ganze auch nicht angenehmer. Wir waren froh, wieder ins Auto einzusteigen und kalte Nase und Hände aufzuwärmen. Damit hätte ja keiner von uns so richtig gerechnet – ich habe noch zwei Paar kurze und nur ein Paar lange Hosen eingepackt... Nun trage ich seit einer Woche nur die langen Hosen und die kurzen höchstes mal zum schlafen... Heul... Wir fuhren dann nach Karlovy Vary und schlenderten nochmals etwas auf der Kolonade – diesmal mit Miri's Eltern, Jaro und Ida. Um 15:00 musste Miri's Vater dann die Parkuhr nachzahlen und gingen mit und er fuhr uns gleich zum Bahnhof. Nicht nur das: er kümmerte sich darum, dass wir die richtigen Billette bekamen, fand heraus, dass wir besser vom anderen Bahnhof aus fahren würden, ging zurück, tauschte die Billette wieder um, fuhr uns zum anderen Bahnhof, fand aber keinen Parkplatz und fuhr deshalb einfach bei einer Bar auf den Parkplatz, wo ein drohendes Schild „Abschleppen“ angebracht war. Dort liess er uns aussteigen, umarmte uns und wünschte uns eine gute Reise. Doch damit nicht genug; aber dazu gleich... Wir suchten uns dann am unteren Bahnhof den Fahrplan und sahen, dass unser Zug in etwas mehr als einer Stunde fuhr. Wir beschlossen, jetzt essen zu gehen um dann in Marienbad mit vollem Bauch das Zelt aufstellen zu können. Darum suchten wir ein Restaurant und fanden dann auch eines, nicht zu weit vom Bahnhof, setzten uns rein, bestellten und waren schon am Essen, als wir plötzlich eine uns bekannte Person erkannten – Miri's Vater. Er habe uns am Bahnhof nicht gefunden und noch Proviant geben wollen. Da sei er einfach hier rein gekommen und da waren wir... Wir nahmen alles dankend an – Miri war aber irgendwie nicht so wohl dabei. Die Portionen im Restaurant waren riesig. Ich hatte fast Bauchschmerzen davon, so viel war es. So richtig konnte ich die wunderschöne, etwas mehr als eine Stunde dauernde Fahrt nach Mariánské Lázně (Marienbad) gar nicht geniessen. Interessant war auch der Zug: Ein Dieseltriebzug der Vogtlandbahn GmbH aus Deutschland, in dem ein grosses Schild ragte: „Mit Unterstützung durch Mittel des Freistaats Sachsen“. Etwas anderes als irgend eine EU-grenzüberschreitende Nachbarschaftshilfe kann man sich darunter nicht vorstellen, liegt doch weder Karlovy Vary noch Mariánské Lázně wirklich in Sachsen...
In Mariánské Lázně angekommen, machten wir uns auf die Suche nach dem Zeltplatz. Zuerst nahmen wir den Trolleybus bis zur Station wo wir umsteigen sollten, dort fanden wir heraus, dass der Bus den wir nehmen sollten am Samstag irgendwie nicht fährt. Miri fragte dann noch eine Frau an der Bushaltestelle und die meinte, dass selbst wenn der Bus fahren würde, es noch weit zu Fuss zu gehen wäre von der Station. Angesichts der etwas fortgeschrittenen Zeit (es war doch schon 20:00) beschlossen wir, zuerst in einem Hostel in der Stadt anzurufen, wo man für etwa 30 Franken zu zwei übernachten kann. Da dort noch Plätze frei waren kamen wir dort unter und liessen das Zelt für zwei Tage in seiner Tasche.
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