Sonntag, 3. Oktober 2010
Freitag, 24. September 2010 [Bratislava-Petržalka]
Wir standen früh auf, packten zusammen und gingen zum Bahnhof. Als wir im Park nahe des Bahnhofs die Obdachlosen auf den Bänken und in der Wiese schlafen sahen, hatten wir etwas seltsame Gefühle. Daneben schritten Studenten in Zweier und Viererreihen daran vorbei, als wäre es das normalste der Welt. Wir kauften am Bahnhof noch Frühstück und nahmen dann den Zug um 07:35 nach Bratislava. In Bratislava brachten wir schon fast routinemässig die Rucksäcke in die Gepäckaufbewahrung und gingen dann in die Stadt. Zuerst stiegen wir auf die Burg. Diese ist hoch über der Donau gelegen, ganz im Vorbild von Budapest oder Prag; nur kleiner. Im Innern der Burg dann die üblichen Touristen-Massen und eine riesige Baustelle. Es scheint, als würde die Burg total-renoviert. An der Südseite wird ausserdem angebaut und ein Park wird ebenfalls gebaut. Wir durchquerten die Burg und stiegen wieder ab in die Stadt. Wir schlenderten noch etwas durch die Stadt, assen eine Suppe und schon bald rief William an und wir holten unsere Rucksäcke am Bahnhof und warteten vor dem Bahnhof an der Strasse auf William. Wir mussten etwa eine halbe Stunde warten. In dieser Zeit konnten wir einen Mann beobachten, der garantiert versuchte zu klauen. Zuerst stand er hinter uns, aber da Miri und ich uns gegenüberstanden fühlte er sich beobachtet und ging wieder. Dann stand er dort an der Seite bei den Bushaltestellen und tat so, als würde er auf den Bus warten. Er hatte ein Hemd über die Schultern geworfen und sehr dunkle Haut. Ich erinnerte mich an České Budějovice zurück... Dann ging ein Junge an ihm vorbei. Der Mann ging vor ihm durch, drehte um und ging ganz nahe hinter dem Jungen wieder zurück; dabei versuchte er ihm in die Jackentasche zu greifen. Genial gemacht: falls der Junge etwas gemerkt hätte, hätte er sich in die falsche Richtung gedreht und der Dieb wäre ausserhalb seines Blickwinkels gewesen. Dann kam aber schon William mit seinem roten Honda CRX, stieg aus, begrüsste uns herzlich und verladete unsere Rucksäcke in sein Auto. Wir stiegen ein und fuhren in den Stadtteil Petržalka (Peterschalka) wo William wohnt. Petržalka ist das Arbeiterviertel von Bratislava. Es erinnerte mich stark an Moskau, reihenweise Plattenbauten. In einem dieser Plattenbauten lebt William, im zwölften Stock, zusammen mit seiner Frau und den Eltern seiner Frau, die jedoch dieses Wochenende ausgeflogen waren. Es war eine typische Ostblock-Plattenbauwohnung. Aber herzig eingerichtet. Wir deponierten unser Gepäck, erfrischten uns und dann fuhren wir zu Marek, einem Arbeitskollegen und Freund von William. Dort assen wir Znacht. Marek hat eine ganz herzige Familie. Am Abend fuhren wir zurück nach Petržalka und schliefen im Bett von William und seiner Frau, während William in einem kleinen Zimmer schlief... Top-Gastfreundschaft...
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