Angetrieben von Vorfreude und Hunger, gingen wir in die Stadt, nachdem wir unsere Rucksäcke zusammenpackten und im K2 deponierten. Zuerst frühstückten wir in einer Baguetterie (etwas, was man in der Slowakei noch oft sieht, obwohl sich wohl jeder ein bisschen etwas anderes darunter vorstellt); Miri hatte ein frisch gemachtes Thunfisch-Sandwich, ich eine Quark-Gebäck. Dazu Kaffee, Miri Wiener-Kaffee mit soviel Sahne, dass es einen ganzen Berg auf dem Becher hatte und er sogar auf der Seite herunterlief. Der Laden war ziemlich voll mit Locals – ein gutes Zeichen, wie sich bestätigte. Wir assen und beobachteten ein paar Frauen, die auf dem Platz Parfüm verticken wollten. Um etwa 10:30 zogen wir los zum Modelleisenbahn-Laden, der gestern geschlossen war. Es war ein wahres Eldorado: es hatte viel Modelleisenbahn, dazu Modellflieger, -autos und auch viel Zubehör. Ich hätte gerne die Deutsche Baureihe 215-Diesellok gekauft, die am Tag davor im Schaufenster stand. Leider war die nicht verkäuflich. Der Verkäufer war sehr freundlich und konnte sogar Englisch. Wir sprachen und er zeigte mir einige Dinge. Am Ende kaufte ich zwei Deutsche „Silberlinge“ und einen Tschechischen Personenwagen. Dazu ein kleines Modellauto, einen Škoda Favorit mit dem Aufdruck „Česka Pošta“, Tschechische Post. Den bekam ich sogar geschenkt. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht verliess ich den Laden und wir gingen zurück auf die Hlavna, den Hauptplatz. Dort setzten wir uns auf einer Bank bei einem Brunnen und genossen die Sonne. Košice ist eine super Stadt, immer wieder eine Reise wert. Die Leute sind auch speziell hier. Es gibt sehr viele junge Leute in der Stadt und die Leute sind generell sehr farbenfroh angezogen. Vielleicht fast wie das „Odessa“ der Slowakei... Um 12:30 gingen wir weiter Richtung K2, fanden aber weiter unten auf der Hlavna noch einen „Second Hand Shop“, bei dem Miri unbedingt vorbeischauen wollte. Ein absoluter Glücksgriff, wie sich herausstellen sollte. Normalerweise schaue ich nicht gross Kleider an in solchen Läden. So auch dieses Mal- ich stand bei der Tür, wartete und mehr aus Langeweile glitt ich mit den Händen durch ein paar rote T-Shirts die in der unteren Reihe an der Stange hingen. Zuerst sah ich ein T-Shirt „TV Derendingen“. Ich schaute es mir an und lachte. In der Überzeugung sowieso nichts zu kaufen, schaute ich noch ein paar weitere T-Shirts durch und sah plötzlich ein paar T-Shirts weiter auf einem Kragen die Aufschrift „Premiere“. „Wie?“, dachte ich, zog mit einer Hand das Shirt, das eher ein Polo war raus und konnte mein Glück kaum fassen: ein Polo des Premiere TV-Teams. 7.99 Euro wollten sie dafür haben. Ich fand es zwar viel aber es musste sein. Miri war gar nicht erfreut darüber aber seit Budapest im letzten Jahr sollte sie wissen, dass es nicht gesund ist, mit mir in Second Hand Läden zu gehen. Die Geschichte dazu erzähle ich auf Anfrage gerne...
Miri kaufte dann in einer Bijouterie (bei uns würde man Accessoire-Laden sagen) noch eine Blume für ihr Kleid an Jeannines Hochzeit, dann kehrten wir ins K2 zurück, holten unsere Rucksäcke und fuhren mit dem Bus zum Bahnhof. Dort kauften wir Billette und fuhren nach Spišska Nová Ves (sprich: Spisch-ska Novaa Vess). In SpiNoVe suchten wir den Bushof und fuhren mit dem Bus weiter ins Städchen Levoča (sprich: Levotscha). Levoča liegt an keiner Bahnlinie, deswegen mussten wir mit dem Bus dorthin fahren. Nach etwa 20 Minuten waren wir da und suchten zuerst unsere Unterkunft, die Pension Oasa, die uns der Lonely Planet empfahl. Als wir dort klingelten öffnete uns eine sehr fröhlich wirkende Frau die Tür und führte uns gleich durch ihre Wohnung in einen Garten und dort in eine andere Tür und sagte, das sei unser Zimmer. Ein sehr schönes, grosses, helles Zimmer mit einer grossen Fensterfront, einem Tisch, einem Büchergestell voll mit Büchern (einige waren doppelt vorhanden) und einem Fernseher. Daneben ein kleines Badezimmer mit Dusche. Wir parkierten schnell unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg in die Stadt. Ich hatte bisschen mehr erwartet – ausser dem Hauptplatz mit einer Kirche und der, sich in teilweise recht schäbigem Zustand befindenden Stadtmauer, war da nicht viel... Dabei hatte ich es Miri Znojmo-ähnlich verkauft. Wir assen dann in einem Restaurant, das an die Strasse gestuhlt hatte in der Abendsonne Znacht. Richtige Slowakische Pirohy, etwas wie Pizoggel aus dem Bünderland. Fein fein... Als es langsam dunkel wurde (so um 18:45 so weit im Osten) kehrten wir in die Pension zurück, duschten uns, gingen aufs Internet oder lasen Wohn-Magazine. Die Namen dazu (wer was gemacht hat) könnt Ihr euch selber eintragen...
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