Wir mussten früher aufstehen, weil um 08:02 schon unser Zug fuhr. Ich packte den Rucksack, wir genossen das letzte b-a-i-H-Frühstück bei Miris Mutter und sie brachte uns mit dem Auto nach Střítež zum Bahnhof. Wir fuhren mit dem Schienenbus nach Česky Těšín und kauften dort das Billett nach Žilina (sprich: Schilina). Střítež ist eben nur eine kleine Haltestelle; zwar mit Billettschalter aber nur für nationale Billette. Und da sich Žilina bereits in der Slowakei befindet, mussten wir dieses Ticket also in Česky Těšín lösen. Wir wollten auch noch schnell zur Bank, die gleich auf der anderen Seite des Bahnhofs war. Um 08:25 standen wir vor der Bank und warteten auf die Öffnung um 08:30. Das Gittertor wollte sich aber nicht öffnen. Kurz nach 08:30 kam eine Frau aus einer Seitentür, in der Hand einen Zettel wo etwas von „technischen Problemen“ oder so draufstand und murmelte nicht wirklich verständlich, die Bank könne auf unbestimmte Zeit nicht geöffnet werde, da es drinnen brenne. Von Brand war jedoch weit und breit weder etwas zu riechen noch zu sehen- ihre Ruhe und ihr Tempo liessen nicht ohne weiteres auf Brand tippen und kamen wir uns etwas verschaukelt vor, konnten an der Tatsache aber nichts ändern, dass das Gittertor eben geschlossen blieb. Wir gingen dann zurück zum Bahnhof und aufs Geleise. Vom Perron konnte man auf die andere Seite und die Bank sehen. Wir waren nicht so naiv, auf ein Feuerwehrauto zu warten – und es kam (zumindest in den 20 Minuten die wir warteten) auch keines. Der Zug kam dann und wir stiegen ein – der Express 141 „Beskyd“ von Prag nach Žilina sollte uns bis zur Endstation mitnehmen. Und wir wurden (wie schon letztes Jahr) keine Freunde: In Česky Těšín hatte er eine Minute Verspätung, in Čadca (sprich: Tschadtza) nach der Grenze fünf Minuten und auf den letzten 30km bis Žilina wuchs die Verspätung auf satte 20 Minuten an. Genau wie vor einem Jahr. Und genau gleich: kurz nach Čadca kommt eine Linkskurve, in der ein verrosteter Beleuchtungsmast steht. Dort hielt der Zug an, blieb etwa 15 Minuten stehen, es kam ein Gegenzug und der „Beskyd“ (den ich in Zukunft eher „Scheiss-Beskyd“ nennen werde) fuhr weiter. Genau gleich wie vor einem Jahr. Mit dem gleichen Ergebnis. Nur: damals hatten wir die Billette bis Košice gelöst; heute wollten wir in Žilina bis Košice lösen. Wir hatten Glück, es reichte zeitlich und es hatte nicht viele Leute am Schalter in Žilina. Vom Idos wussten wir, dass der nächste Zug, der R 603 „Obchodni Zentrum Mirage“ einen Speisewagen hatte. Vielleicht fragt Ihr euch jetzt, was der bescheuerte Name des Zuges heisst. Das heisst „Einkaufszentrum Mirage“. Und „R“ bedeutet „Rychlik“- Schnellzug. Die Slowaken scheinen (am Vorbild von Allianz-Arena & Co.) eine Marktlücke gefunden zu haben, und die Namen ihrer Züge als Werbung zu verkaufen. Ein Wagen des Zuges, ist dann von aussen noch mit Werbung zugepflastert, damit man auch etwas vorbeifahren sieht. Es mutet irgendwie schräg an, ist aber sicher lukrativ. Schade ist der Beskyd ein Tschechischer Zug. Sonst könnte ich... Nein, lassen wir das! Zurück zum Zug: da wir wussten, dass er einen Speisewagen hat, schlug ich Miri vor, gleich im Speisewagen einzuchecken. Gesagt getan. Wir testeten den Speisewagen dann gründlich mit Essen und Trinken. Ausser der unfreundlichen Bedienung war es sehr gut und günstig. Etwa nach 1 ½ Stunden suchten wir uns dann „normale“ Plätze im Zug. Die Zugreise war sehr schön. Einzig etwas nachdenklich stimmten uns einige Zigeuner-Dörfer, die man vom Zug aus sehen konnte. Kurz nach Spišska Nová Ves (sprich: Spisch-ska Nova Ves) sahen wir zuerst einen kleinen Fluss mit einer riesen Müllhalde am Ufer und sahen im weiterfahren dann ein ganzes Dorf von halb zerfallenen Hütten im Morast, teilweise ohne Fenster, das Dach mit Plastik bedeckt; viele Leute „rumhängen“... Fast wie ein Ghetto... Ich hoffe, diese Leute wohnen dort freiwillig... Im weiteren Verlauf sahen wir dann noch ein paar solcher Dörfer... Es scheint in diesem Teil der Slowakei viele Zigeuner zu geben, die unter anderem in solchen Dörfern hausen. Das mutete uns schon etwas seltsam an ohne jetzt vorschnelle Schlüsse nach unserem Erlebnis in Česke Budějovice zu ziehen...
Um kurz nach 14 Uhr kamen wir dann in Košice an. Wir durchquerten mit unseren Rucksäcken die Stadt und gingen ins „K2“, einem Traveller Hostel ziemlich im Zentrum, das wir das letzte Mal vor einem Jahr rein zufällig fanden. Dort hatte es auch noch Zimmer frei, so dass wir unsere Rucksäcke parkieren konnten und in die Stadt gingen. Ich habe noch nicht erwähnt, dass das Wetter TRAUMHAFT war: keine Wolke am Himmel und einiges über 20°C. Wir montierten also die kurzen Ärmel und gingen durch die wunderschöne Stadt, in die Kathedrale, zum singenden Brunnen (der übrigens meiner Meinung nach Welten besser ist als in Marienbad) und dem kleinen Bächlein entlang der Hlavní. Wir schauten auch ab und zu in einen Laden rein und erlebten dabei das: Miri entdeckte in einem Schaufenster Kleider vom polnischen Wäsche-Label „Livia Corsetti“. Miri wollte schnell in den Laden reinschauen (es war ein Dessous-Laden) und wir traten ein. Der Laden war nicht gross und auch nicht sonderlich spektakulär- mehr war es die Verkäuferin und wahrscheinlich auch Besitzerin: die knallrot geschminkten Lippen wären noch gegangen aber dann ein durchsichtiges Oberteil, durch das man den BH sehen konnte – uns war nicht klar, ob es dabei um Animation oder um Demonstration ging. Miri vergass vor lauter Schock, die Frau komplett zu mustern- somit wissen wir nicht, was sie „unten“ anhatte. Vielleicht besser so... Und dann fanden wir noch einen Modelleisenbahn-Laden; leider war er schon geschlossen. Aber morgen werde ich dort vorbeischauen...
Mittwoch, 22. September 2010
Montag, 20. September 2010 [Řeka]
Ursprünglich wollten wir eigentlich heute Montag in die Slowakei weiterreisen. Aber Miri bat mich, doch einen Tag länger bei ihren Eltern zu bleiben, was wir dann auch taten. Wir blieben zu Hause und genossen die Zeit zusammen. Am Abend packten wir das Zelt zusammen, das wir am Samstag gründlich gereinigt hatten, da wir es nicht in die Slowakei mitnehmen. Das Zelt bleibt bei Miris Eltern und kommt mit der nächsten Fahrgelegenheit in die Schweiz zurück. Miri packte auch schon ihren Rucksack, ich verschob das auf Morgen, weil ich eh nicht so viel zum packen hatte...
Montag, 20. September 2010
Sonntag, 19. September 2010 [Řeka]
Am Morgen fuhren wir nach Cieszyn (sprich: Tscheschin), Polen in die Versammlung. Anschliessend kam Miris Schwester Silvia mit der Familie zum Mittagessen. Am Abend waren wir bei Daniel Mazur eingeladen. Daniel wohnt etwa eine Halbe Stunde mit dem Auto Richtung Slowakei. Es war ein sehr schöner Abend. Die Gastfreundschaft in Schlesien ist wirklich einzigartig...
Samstag, 18. September 2010 [Řeka]
Wir wussten lange nicht, was mir machen sollten. Der Grund: Daniela, Miris Freundin die jetzt in Deutschland wohnt, sollte kommen aber wir wussten nicht wann. Sie war in Polen bei ihren Verwandten und auf der Durchreise sollte sie eine Nacht bei Miris Eltern schlafen. Gegen Mittag zeichnete sich dann ab, dass sie wohl gegen Abend auftauchen würde. Also fuhr ich mit Miris Bruder Jonatan nach Ostrava an den Fussballmatch Baník Ostrava gegen Hradec Kralove und Miri blieb zu Hause. Wir nahmen den Zug um 14:53, waren um kurz nach 16 Uhr in Ostrava, mussten aber noch in ein Einkaufszentrum weil ich bei Vodafone das UMTS-Modem zurückgeben musste. Anschliessend fuhren wir ins Stadion „Bazaly“. Wir kauften ein Ticket für die Gegentribüne und gingen ins Stadion. Ich hatte die Taschen voll mit Taschentüchern, Natel, Fotoapparat und anderem Zeug und erwartete eigentlich, dass ich alles fein säuberlich aus den Taschen nehmen und zeigen müsste. Aber Fehlanzeige. Sie tasteten mich ganz fein ab, wohl um zu sehen, ob ich einen Baseball-Schläger oder einen Säbel dabeihabe und liessen mich dann gehen. Jonatan kontrollierten sie gar nicht. Ich war erstaunt. Es war etwa 17:25 – wir hatten also noch etwas mehr als eine halbe Stunde bis zum Anpfiff. Wir probierten (obligatorisch beim „Ground-Hopping“!!!) die Stadionwürste- hier „Párky“ genannt. Sehr lecker, wir würden „Wienerli“ sagen, nur etwa doppelt so lang. Dazu ein Rohlick (längliches Weissbrot) und viel Senf. Wir assen unsere Párky und suchten eine Viertelstunde vor Spielbeginn unsere Plätze auf. Das Stadion Bazaly muss man sich etwa so vorstellen, wie das Münchner Olympiastadion, halt nur etwa einen Viertel so gross: Die Gegentribüne ist an den Hang gebaut, somit hat es oben eine Fläche wo es Eingänge gibt und wo man auch gemütlich stehen kann. Kaum begann das Spiel, merkten wir auch, dass wir mitten in den Fans sassen. Laute Fangesänge hinter uns, nicht immer jugendfrei dafür mit Leib und Seele. Einer war so betrunken, dass er während dem Spiel an der Schulter seines Kollegen schlief, kurz aufwachte als es laut wurde, nur um sich gleich wieder zu setzen und weiterzuschlafen. In der zweiten Halbzeit wurde es dann langsam dunkel mit schönem Abendrot über dem Stadion. Baník Ostrava gewann das Spiel 1:0, alle waren glücklich und zogen singend aus dem Stadion. Wir gingen zu Fuss zum Bushof, was etwa 30 Minuten dauerte. Um kurz nach 22 Uhr waren wir wieder zurück und Daniela sass bei Miris Eltern am Küchentisch. Wir quatschten noch bis Mitternacht weiter- mit Daniela gibt es immer viel zu berichten....
Freitag, 17. September 2010 [Řeka]
Der Freitag stand im Zeichen von Verwandtenbesuchen. Am Morgen schliefen wir etwas länger, genossen dann das Besser-als-im-Hotel-Frühstück vom Miris Mutter und fuhren zu Miris Grossmutter. Dort waren wir dann bis etwa 17 Uhr. Anschliessend fuhren wir nach Třinec (sprich: Trschinetz) in die Stadt rein und gingen in den Prior. Prior ist eine original Tschechische Warenhauskette. Meist in einem, von aussen etwas kommunistisch und angestaubt wirkenden Betonklotz einquartiert, innen jedoch mit einem interessanten Sortiment, das sich vom Globalisierungs-Mainstream und den unzähligen Vietnamesen-Shops abhebt. Apropos Vietnamesen-Shops: Ich habe bisher noch nie darüber berichtet. Als ich 2004 zum ersten Mal nach Tschechien kam, war mir lediglich der „gelbe Markt“ in Prag bekannt. Das ist ein Markt im Stadtteil Holešovice (sprich: Holeschowitze), wo eigentlich nur Asiaten verkaufen- die übliche China-Ware: Plastik-Spielzeug, Elektronik, allerlei unnütze Dinge die in allen Farben leuchten, blinken und nervtötende Geräusche von sich geben, Klamotten und Schmuck. In den letzten Jahren (so habe ich den Eindruck) gibt es aber immer mehr kleine Läden in den Städten, ebenfalls geführt von Vietnamesen, die etwa diese Sparte von Waren verkaufen. Manchmal nur Kleider, oft aber „alles aus einer Hand“- alles, was ein Mensch im Alltag so brauchen kann- oder könnte. Erkennen tut man die Läden einerseits am Personal (einfach, nur auf die Augen schauen), am Geruch; einem penetranten billig-Plastik-Geruch, wo wie ein Mix aus PVC und Diesel (nicht so einfach, manchmal erfolgreich kaschiert), an der Beschriftung (IMMER: „Handtaschen“, meistens: „Schuhe“, falls Schuhe verkauft werden, oft: „guter Preis“, „gutes Sortiment“ ect.)(einfach), am riesigen Sortiment auf teilweise kleinsten Raum (nicht so einfach). Wir haben sogar einige Potraviny's (Quartierladen der das nötigste an Lebensmitteln verkauft) gesehen, die von Vietnamesen geführt werden. Damit verdrängen sie die Tschecheli mehr und mehr vom Markt. Bei Lebensmitteln ist es nicht so einfach- die können sie nicht gut aus China importieren und kämpfen daher mit etwa gleich langen Spiessen. Bei Kleidern, Accessoires und Haushaltartikeln jedoch haben sie fast ausschliesslich China-Ware im Angebot, die sie fast umsonst einkaufen und zu einem Tiefst-Preis verkaufen. Da können Europäische Produkte natürlich nicht mithalten und verschwinden mehr und mehr. Und dort wo früher ein Tschecheli war kommt dann ein Vietnamese. Für mich als Touri haben die Vietnamesen-Läden ziemlich bald den Nicht-schon-wieder-Effekt, weil sie wirklich immer etwa das gleiche verkaufen. Für Leute die aber radikal aufs Geld schauen, gibt es dort mehr fürs Geld. Und das ist die Kundschaft, die den Vietnamesen das Geld in den Laden trägt.
Zurück zum Prior: dort ist das eben anders. Das ist noch richtig Tschechisch „Old-School“. Meist haben die Kaufhäuser drei Etagen. In einer verkaufen sie Lebensmittel, in einer ist der eigentliche Prior und eine ist vermietete Fläche. Das sieht man noch oft im Osten: dort können sich dann Leute einmieten, ihre Ware aufstellen und verkaufen. Wie ein indoor Dauer-Markt sozusagen. In Russland und der Ukraine sieht man das oft. Sonst nicht so- ausser im Prior auf einer Etage. Im eigentlichen Prior verkaufen sie Haushaltsartikel, Schuhe, Klamotten, Elektroartikel, Geschenkartikel und Stoff. Das ist auch der Grund, warum Miri gerne in den Prior geht- wegen der riesigen Stoff- und Handarbeitsabteilung. In Třinec arbeitet nebenbei ihre Tante Eva „Evička“ in der Stoffabteilung. Das macht den Besucht doppelt interessant. Während Miri mit ihrer Tante plauderte, durchquerte ich den Prior und hielt Ausschau nach interessanten Dingen. Als ich zurückkam fragte mich Miri, welche Farbe des Stoffes ich kaufen würde. Nach einigen Diskussionen und Ratschläge von Eva kaufte Miri schliesslich 2.5m violett und 1.5m braun. Dazu noch irgendwelches Band, wo ich nicht weiss, wozu das gut ist. Schliesslich bezahlten wir und verliessen den Prior. Nächstes Ziel war ihre Schwester Silvia, bei der wir an diesem Abend zum Nachtessen eingeladen waren. Wir kamen um kurz nach 18 Uhr an und Silvia war gerade nicht da; sie sei nach Polen gefahren um an der Grenze einzukaufen, sagte William. Kurze Zeit später kam sie nach Hause und bereitete das Nachtessen zu. Wir nahmen das Nachtessen und redeten ausgiebig. Es wurde wieder einmal spät; es ging schon auf Mitternacht zu, als wir wieder bei Miris Eltern waren...
Zurück zum Prior: dort ist das eben anders. Das ist noch richtig Tschechisch „Old-School“. Meist haben die Kaufhäuser drei Etagen. In einer verkaufen sie Lebensmittel, in einer ist der eigentliche Prior und eine ist vermietete Fläche. Das sieht man noch oft im Osten: dort können sich dann Leute einmieten, ihre Ware aufstellen und verkaufen. Wie ein indoor Dauer-Markt sozusagen. In Russland und der Ukraine sieht man das oft. Sonst nicht so- ausser im Prior auf einer Etage. Im eigentlichen Prior verkaufen sie Haushaltsartikel, Schuhe, Klamotten, Elektroartikel, Geschenkartikel und Stoff. Das ist auch der Grund, warum Miri gerne in den Prior geht- wegen der riesigen Stoff- und Handarbeitsabteilung. In Třinec arbeitet nebenbei ihre Tante Eva „Evička“ in der Stoffabteilung. Das macht den Besucht doppelt interessant. Während Miri mit ihrer Tante plauderte, durchquerte ich den Prior und hielt Ausschau nach interessanten Dingen. Als ich zurückkam fragte mich Miri, welche Farbe des Stoffes ich kaufen würde. Nach einigen Diskussionen und Ratschläge von Eva kaufte Miri schliesslich 2.5m violett und 1.5m braun. Dazu noch irgendwelches Band, wo ich nicht weiss, wozu das gut ist. Schliesslich bezahlten wir und verliessen den Prior. Nächstes Ziel war ihre Schwester Silvia, bei der wir an diesem Abend zum Nachtessen eingeladen waren. Wir kamen um kurz nach 18 Uhr an und Silvia war gerade nicht da; sie sei nach Polen gefahren um an der Grenze einzukaufen, sagte William. Kurze Zeit später kam sie nach Hause und bereitete das Nachtessen zu. Wir nahmen das Nachtessen und redeten ausgiebig. Es wurde wieder einmal spät; es ging schon auf Mitternacht zu, als wir wieder bei Miris Eltern waren...
Freitag, 17. September 2010
Donnerstag, 16. September 2010 [Řeka]
Wir nutzten die Gelegenheit zum Ausschlafen... bis 10:30. Dann ausgiebig frühstücken (Quote: „So ein gutes Frühstück wie hier, kriegst Du in kaum einem Hotel...“) und um etwa 12 Uhr mussten wir aus dem Haus: Miri und ihre Mutter hatten um 14:30 einen Termin bei der Kosmetikerin (Gesichtspflege und so) und ihre Grossmutter musste zu einer Beerdigung und man sollte sie hinfahren. Eigentlich ganz einfach aber es sollte irgendwie anders kommen: Miris Schwester Silvia fuhr mit der Grossmutter zur Beerdigung und ich musste so lange auf ihre drei Kinder aufpassen. Mir graute, da die Kinder äusserst lebhaft sind. Ausserdem sollen die Kinder im Vorfeld gesagt haben: „Beni kommt? Das ist gut, den verstehen wir nicht...“. Silvia zeigte mir dann auch zuerst die Holzkelle und meinte: „gutes Hilfsmittel“. Silva ging dann aus dem Haus, Miri und ihre Mutter auch und so war ich mit den Kindern alleine gelassen. Die waren aber lieb und lammfromm: William (der 8-jährige Sohn) brachte mir so ein Freundschaftsalbum und fragte mich, ob ich ihm etwas reinmalen kann. Mir graute, da ich überhaupt nicht zeichnen kann. Aber ich stimmte dann doch zu und malte Berge, einen Zug, bisschen Wald und so und die drei Kinder sassen um den Tisch, schauten mir zu und sagten immer wieder: „To je krasne, Benjamin, to je hezky...“, was so viel bedeutet wie, das ist aber schön, das ist aber hübsch. Ich wurde fast verlegen, malte aber fertig. Bald darauf kam Genek (Silvias Mann) nach Hause und die Kinder fanden langsam aber sicher zurück in ihre gewohnte Spur. Wir assen eine Kleinigkeit und gingen dann in den Garten, Genek zeigte mir, was er in den letzten Monaten so ums Haus gemacht hat und dann pflückten wir Zwetschgen. Bald darauf kam Miri mit gereinigtem Gesicht, wohlriechend und wir fuhren nach Hause...
Mittwoch, 15. September 2010 [Řeka]
Um ziemlich genau 04 Uhr erwachte ich. Ich hörte jemanden auf Tschechisch fluchen wie ein Henker. Die wüstesten Wörter die ich kannte und die Miri sagte, dürfe man niemals sagen. Dazwischen hörte ich dumpfe Schläge und klirrendes Glas. Mich schauderte es: „was ist das schon wieder? Randaliert da einer auf dem Campingplatz?“. Ich hörte einige Minuten zu, dann bemerkte ich, dass Miri ebenfalls erwacht war und wir werweisten, was wohl los war. Miri sagte: „Das ist Pepi“. „Meinst Du?“, fragte ich. „Ja sicher, es ist dieselbe heisere Stimme wie gestern Abend, nur jetzt besoffen“. Dann hörten wir noch eine Frauenstimme- gleich wie die von der Frau in der Rezeption. Auch sie tönte total betrunken. Miri hörte eine Weile zu, dann sagte sie: „Er ist wohl irgendwo Alk holen gegangen und ihm ist eine Flasche heruntergefallen“. Und er war wohl so betrunken, dass er es irgendwie nicht mehr auf die Reihe kriegte. Wir hörten dann die zwei noch eine Weile diskutieren, dann wurde es still. Miri konnte aber nicht mehr sofort einschlafen und sagte, sie hätte den Pepi später gehört auf den Bus gehen und am morgen, während ich mich duschte, sei er wieder zurückgekommen mit dem Bus. Schräge Geschichte.
Am Morgen standen wir um 08 Uhr auf, bauten das Zelt ab, trugen es auf einen grossen Teerplatz neben der Wieso, reinigten es so gut es ging und packten alles zusammen. Um halb Zehn nahmen wir den Bus in die Stadt und sagen nun bei Tageslicht, wo wir am Abend zuvor in der Dunkelheit rumgekurvt waren. Naja, bei Tageslicht schaut es dann meist einfach aus... In der Stadt deponierten wir unsere Rucksäcke am Bahnhof in einem Schliessfach und gingen in die Stadt. Im Lonely Planet wurde uns eine Crêperie empfohlen, diese suchten wir dann auf und frühstückten dort. Dann bummelten wir weiter durch die Stadt und schauten ab und zu wieder in ein Geschäft rein. Auf einem Platz war Markt; Miri kaufte dort einen Sack Zwetschgen, ich saure Gurken. Am Nachmittag stellten wir ganz auf shoppen um und gingen in ein grosses Einkaufszentrum zwischen Bahnhof und Bushof. Wir schauten alles mögliche an, kauften aber paradoxerweise nichts. Nach 17 Uhr kehrten wir zum Bahnhof zurück, kauften Billette nach Český Těšín (sprich: Tscheskii Tjeschiin). Wir holten unsere Rucksäcke aus dem Schliessfach und gingen auf den Zug. Nach gut zwei Stunden waren wir in Ostrava-Svinov, umsteigen, noch eine knappe Stunde und wir waren in Český Těšín. Dort holte uns Miris Vater ab und wir fuhren noch etwa eine Viertelstunde mit dem Auto nach Řeka (sprich: Rscheka) wo Miris Eltern wohnen. Miris Mutter und ihr Bruder erwarteten uns schon sehnlich und das Nachtessen stand schon auf dem Tisch. Wir plauderten und erzählten bis spät in den Abend...
Am Morgen standen wir um 08 Uhr auf, bauten das Zelt ab, trugen es auf einen grossen Teerplatz neben der Wieso, reinigten es so gut es ging und packten alles zusammen. Um halb Zehn nahmen wir den Bus in die Stadt und sagen nun bei Tageslicht, wo wir am Abend zuvor in der Dunkelheit rumgekurvt waren. Naja, bei Tageslicht schaut es dann meist einfach aus... In der Stadt deponierten wir unsere Rucksäcke am Bahnhof in einem Schliessfach und gingen in die Stadt. Im Lonely Planet wurde uns eine Crêperie empfohlen, diese suchten wir dann auf und frühstückten dort. Dann bummelten wir weiter durch die Stadt und schauten ab und zu wieder in ein Geschäft rein. Auf einem Platz war Markt; Miri kaufte dort einen Sack Zwetschgen, ich saure Gurken. Am Nachmittag stellten wir ganz auf shoppen um und gingen in ein grosses Einkaufszentrum zwischen Bahnhof und Bushof. Wir schauten alles mögliche an, kauften aber paradoxerweise nichts. Nach 17 Uhr kehrten wir zum Bahnhof zurück, kauften Billette nach Český Těšín (sprich: Tscheskii Tjeschiin). Wir holten unsere Rucksäcke aus dem Schliessfach und gingen auf den Zug. Nach gut zwei Stunden waren wir in Ostrava-Svinov, umsteigen, noch eine knappe Stunde und wir waren in Český Těšín. Dort holte uns Miris Vater ab und wir fuhren noch etwa eine Viertelstunde mit dem Auto nach Řeka (sprich: Rscheka) wo Miris Eltern wohnen. Miris Mutter und ihr Bruder erwarteten uns schon sehnlich und das Nachtessen stand schon auf dem Tisch. Wir plauderten und erzählten bis spät in den Abend...
Mittwoch, 15. September 2010
Dienstag, 14. September 2010 [Brno]
Die Krönung des Hostels war, dass es sogar Frühstück gab. Zwar „Self-Service“ aber auf dem Tisch lagen Brötchen, in Säckchen abgepackt mit der Zimmernummer versehen. Als wir in die Veranda kamen waren Peto und Lek und eine etwas schräge Deutsche Familie bereits dort. Wir frühstückten dann und tauschten uns mit Peto und Lek über unsere weiteren Reisepläne aus. Später stiess dann noch das Tschechische Paar dazu, jetzt mit Nachwuchs, der am Abend zuvor bereits am Schlafen war. Nach dem Frühstück versabschiedeten wir uns von allen und gingen in die Stadt. Das Wetter war herrlich, es war zwar windig aber sonnig und warm. Zuerst besuchten wir die „Rotunda der heiligen Katerina“, ein runder Turm (ich vermute so eine Art Zitadelle) in der es alte Gemälde geben soll. Rein konnten wir nicht, es gab ein Schild auf dem stand, dass es in der Rotunda zur Zeit zu feucht sei uns sie deshalb fürs Publikum geschlossen sei. Naja. Ausserdem wollten sie umgerechnet 5 Fr. Eintritt pro Person, was wir, angesichts des kleinen Turmes dann doch recht viel fanden. Aber es stand ja eh nicht zur Diskussion- Feuchtigkeit eben. Wir gingen dann den ganzen morgen durch die Stadt, in die Kirche über dem Hostel und einer kleinen Kapelle davor, von deren Zinne man einen herrlichen Ausblick über das Tal und bis nach Österreich hatte. Da wir im Hostel ausgiebig gefrühstückt hatten waren wir nicht so schnell hungrig und beschlossen, zuerst nach Brno (Brünn) weiterzureisen und erst dort zu essen. Eine Entscheidung die zumindest unvorteilhaft, um nicht zu sagen falsch, war aber dazu später mehr. Wir holten unsere Rucksäcke im Hostel und suchten den Bushof. Wir wussten nicht, wo der Bushof war, da wir am Tag davor in der Stadt ausstiegen und der Bus nach Brno aber nicht durch die Stadt fuhr. Die Landkarte im Lonely Planet war irgendwie seltsam und so mussten wir uns am Ende doch durchfragen. Kurze Zeit nachdem wir dort waren fuhr schon ein Bus- die fahren unter der Woche am Tag im Halbstundentakt von Znojmo nach Brno. Wir fuhren etwas über eine Stunde für die etwa 60km und kamen in Brno beim zentralen Bushof an. Wir stiegen aus und wussten nicht so recht, wo wir hingehen sollen zum schlafen. Da wir noch nichts gegessen hatten (siehe oben) suchten wir uns zuerst ein Plätzchen zum Essen, um dort dann in aller Ruhe eine Bleibe zu finden. Wir assen zuerst, suchten dann. Leider wurden wir nicht wirklich fündig- alle unsere „Picks“ hatten geschlossen oder waren schon voll. Zudem war gerade Messe in Brno und da sind die Hotels sowieso gut belegt. Da es schon fast 18 Uhr war und die Informationsbüros, die sonst Unterkünfte vermitteln um 18 Uhr schliessen, entschieden wir uns für Plan B, den Campingplatz. Gegen den hatte sich Miri anfangs vehement gewehrt, weil er etwa 10km vom Zentrum entfernt, ausserhalb Brno an einem See lag. Miri rief dort an mit der Nummer aus dem Lonely Planet – keine Antwort. Da ich zuvor auf dem Internet auf der Seite eine Handynummer sah, diese aber natürlich nicht aufgeschrieben hatte, musste ich den PC nochmals auspacken und aufs Internet. Das funktionierte nicht und ich musste probieren und machen, bis es endlich ging. Ich fand die Nummer, Miri rief an und die Frau sagte, sie wäre bis 20 Uhr dort und wir sollten einfach kommen, der Bus fahre noch. Es war etwa 18:20, wir verliessen das Restaurant machten uns auf den Weg. Wir kamen zur Tramhaltestelle beim Bahnhof, gingen aufs Perron, wollten ein Billett lösen- Automat ausser Betrieb. Wir mussten in die Unterführung, einen anderen suchen währen wir wieder etwa zwei Trams verpassten. Schliesslich kamen wir zur Station „Zoologischer Garten“ wo unser Bus auf den Campingplatz fuhr. Miri fragte mich nach der Zeit, ich sagte „19:28“ und sie sagte „19:17 ist schon vorbei, also 21:17. Super, wir hatten den Bus um etwa zehn Minuten verpasst. Miri rief auf dem Campingplatz an und die nette Frau meinte, es sei kein Problem, sie würde noch nicht schlafen, wir sollten einfach anrufen, wenn wir kämen, sie würde uns dann das Tor öffnen. Wir machten uns nun dort am Stadtrand auf die Suche nach einer Unterkunft, fanden eine Infotafel und fanden dort einige Hotels, jedoch alle ausserhalb, 1-2km entfernt. Wir entschieden uns, da wir ja fast zwei Stunden Zeit hatten, zumindest die nahe gelegenen Hotels anzulaufen und zu schauen, ob es da was gibt. Es war bereits dunkel geworden und vollbepackt mit Rucksack und Zelt suchten wir das erste Hotel. Zu allem Elend fing es noch zu regnen an und als wir beim ersten Hotel ankamen, waren wir schon leicht nass. Miri schaute sich dort um und fand heraus, dass ein Standard-Zimmer umgerechnet etwa 200 Fr. Kosten würden und sagte, das zahle sie nicht. Wir gingen dann im stockdunkel ein Stück dem See entlang zur nächsten Bushaltestelle, fanden diese, hatten aber noch eine Stunde Zeit und gingen deshalb in einem nahen Restaurant etwas trinken um die Zeit zu überbrücken. Zur Zeit waren wir dann zurück an der Bushaltestelle und warteten auf den Bus. Dieser kam, erwartete dort aber wohl keine Passagiere (es war ausserhalb, keine Strassenbeleuchten, stockdunkel), wir leuchteten mit der Taschenlampe und fuchtelten wild mit den Armen. Als der Bus fast auf gleicher Höhe war, sah uns der Busfahrer, riss einen Stopp und liess uns einsteigen. Wir fuhren die gut 6km im Bus mit und stiegen an der Station „Obora“ wieder aus in die Dunkelheit. Zum Glück war der Eingang zum Zeltplatz wirklich unmittelbar neben der Bushaltestelle und wir atmeten auf. Hinter dem Eingangstor war links die Rezeption und dort sassen zwei Männer auf der Treppe und tranken Bier. Wir grüssten, gingen an ihnen vorbei und betraten die Rezeption. Die freundliche Frau vom Telefon war immernoch freundlich, jetzt aber mit einem sichtbaren Lächeln- ihre Augenlider waren komplett mit goldenem Glitzer geschminkt. Wir bezahlten und fragten noch nach Wolldecken. Sie wandte sich mit ansteckender Freundlichkeit an den einen Mann auf der Treppe und sagte: „Pepiiiiiiiiii, (irgendetwas auf Tschechisch, das ich jetzt nicht wortwörtlich widergeben kann), Prossim, Pepiiiiiiiiiiii“. Pepi war wohl der Name des Mannes, des Chefs des Campingplatzes, hatte eine heisere Stimme, diskutierte ein bisschen mit Ihr, konnte diesem Charme aber nicht wirklich widerstehen und tat, was sie sagte. Sie sprach diesen Pepi (übrigens eine Koseform vom „Josef“ in diversen Ländern, u.a. auch in Österreich) noch ein paarmal an, immer so Turbo-freundlich „Pepiiiiiiiiiiiiiii“. Während wir in der Rezeption standen und bezahlten, nahm ich bei ihr eine leichte Wein-Fahne wahr. Sie zeigte uns einen Plan und zeichnete uns darauf ein, wo wir unser Zelt aufstellen sollten. Wir suchten diese Wiese und fanden sie frisch gemäht, voll mit vermulchtem Gras. „Au weia“, dachte ich, „das gibt eine riesen Sauerei“. Wir stellten dann zum ersten Mal in totaler Dunkelheit (in Karlovy Vary war es noch nicht ganz dunkel) unser Zelt auf. Mit Taschenlampe im Mund wussten wir, warum die echten „Outdoor-Aktivisten“ immer eine Stirnlampe dabeihaben. Das Zelt stand am Ende so schlecht und recht und wir krochen hinein. Ich schaute am Internet noch die Chämpi-Resultate und wir planten den nächsten Tag und beschlossen, schon am nächsten Tag zu Miris Eltern zu fahren. Es begann zu regnen und ich kann eine gewisse Paranoia nicht leugnen. Etwas in mir wollte Wache halten aber die Müdigkeit war irgendwann stärker...
Dienstag, 14. September 2010
Montag, 13. September 2010 [Znojmo]
Da es in der Pension gewöhnlich kein Frühstück gibt, war für uns wiedermal „auswärts“ Frühstück angesagt. Trotz der schlechten Erfahrung am Vortag, versuchten wir es fürs erste in einem Strassencafé, fanden aber keines, das Frühstück offerierte. Somit kauften wir im Laden am grossen Marktplatz Brot und Käse und früstückten gemütlich, hin und wieder eine Wespe erledigend, auf einer Bank in der Sonne. Und wie gewöhnlich, wenn man hungrig einkauft, kauft man zu viel- somit waren wir SATT und hatten sogar noch etwas Käse übrig. Dann machten wir uns hinter die Aufgaben. Leider war das Schloss nicht geöffnet (Montag ist Ruhetag) dafür aber der Schlossgarten dahinter, mit einem schönen See und einem Seerosenteich. Wir liessen alles auf uns wirken, Miri fotografierte eifrig und langsam kehrten wir zurück auf den grossen Marktplatz. Um etwa 14:30 holten wir dann in der Pension unsere Rucksäcke ab, gingen zum Bushof und machten uns auf den Weg über Dačice (sprich: Datschitze) nach Znojmo (sprich: Snoimo). Diese Reise dauerte etwa 1h 30 min für etwa 85km. In Znojmo suchten wir das „Travellers Hostel“, eine Unterkunft die wir im Lonely Planet sahen. Wir durchquerten die Stadt und kamen zu einer riesigen Kirche (fast eher schon eine Kathedrale) auf eine Kuppe mit fantastischem Ausblick auf ein Tal mit Fluss und Staumauer. Laut Karte sollte das Hostel gleich daneben sein. Es gab ein steiler Weg und man fühlte sich wie im Tessin: alles aus Stein, sogar der Weg aus einzelnen Steinen. Wir sahen einen Mann mit einer asiatischen Frau. Sie fragten uns, ob wir das Travellers Hostel suchen. Als wir bejahten sagten sie, wir könnten gleich mitkommen, sie würden auch dort wohnen. Wir kamen zum Hostel, das unmittelbar unter der Kirche, sozusagen am Fuss der Mauer lag. Ich sprach mit dem Mann, Peto aus Australien, etwa 50 Jahre alt, während Miri die Telefonnummern anrief, die aussen am Hostel auf der Tafel standen. Peto erzählte mir über seine Ferien, dass er das 10-jährige Jubiläum in der Firma habe und deshalb drei Monate Urlaub bekommen hätte. Er hätte daraus sechs Monate bei halbem Lohn gemacht und nun sei er einen Monat in Europa mit seiner Frau. Inzwischen tauchte Miri (die zwischenzeitlich mit dem Natel am Ohr verschwunden war) mit einer freundlich aussehenden Frau wieder auf und verschwand ins Haus. Ich ging hinterher und sie zeigte uns unser Zimmer im 1. Stock mit sechs Betten drin. Es war wunderschön, alles war mit hellem Holz gemacht und im Erdgeschoss gab es eine Veranda mit kleiner Küche und einem herrlichen Ausblick übers Tal. Volltreffer!! Wir deponierten unsere Rucksäcke schnell im Zimmer und erkundeten die Stadt. Eine wunderschöne Stadt mit vielen Plätzen und Gässchen. Auf dem Marktplatz, wo am Wochenende das Weinfest stattfand, fanden wir einen Reportagewagen vom Tschechischen Radio aus Prag. Wir durchquerten die Stadt und als es gegen 20 Uhr langsam dunkel wurde schenkten wir ein letztes Mal dem Lonely Planet unsere Aufmerksamkeit und kehrten dort ein, wo die Crêpes sehr fein wären, in der „Kavarna Oase“. Die Crêpes waren super und gegen 21 Uhr waren wir zurück im Hostel. Dort sassen nun einige Leute um den Tisch, Peto der Australier mit seiner Frau Lek und ein Tschechisches Paar aus Prag Vera und Andre. Miri und ich gesellten uns zu ihnen, Miri schrieb Karten und ich suchte auf dem Internet Dinge für Jeannines Hochzeit. Es war ein lustiger Abend und gegen Mitternacht krochen wir in unsere Betten...
Ráno ráničko panna vstala, ale moc se k tomu neměla...
Pomalu, pomaličku jsme si sbalili kufry a uschovali si je u Ivany. Pak jsme se vydali do ospalého, ale hezkého Telče hledat něco k snídani. Nakonec jsme to něco našli v potravinách, a pak jsme to snědli na jedné z laviček, která stojí uprostřed pohádkového náměstí. Jelikož bylo pondělí, tak byly všechny turistické atrakce včetně zámku zavřeny, ale to nám bylo celkem jedno. Alespoň jsme viděli zámeckou zahradu. No a pak jsme se šli ještě napapat (Beni to neuvádí, protože by si lidé mysleli, že pořád jen 'žereme', ale tak tomu i je). Vyzvedli jsme si batohy, a pak pěkně autobusem (k nelibosti mého muže) do Znojma. Ubytování jsme našli v Hostelu na svahu za obrovským kostelem. V tak hezkém a levném ubytování jsem v životě ještě nebyla. Doporučuji!! (www.travellers.cz) K tomu skvělá atmosféra, společný stůl na verandě vytvořil nové známosti s dalšími obyvateli hostelu, a ten výhled z okna... jak z katalogu. Večerní obchůzku zajímavým městem jsme ukončili vyníkajicímí palačinkami v Café Oáze. No a pak do postele...
Ráno ráničko panna vstala, ale moc se k tomu neměla...
Pomalu, pomaličku jsme si sbalili kufry a uschovali si je u Ivany. Pak jsme se vydali do ospalého, ale hezkého Telče hledat něco k snídani. Nakonec jsme to něco našli v potravinách, a pak jsme to snědli na jedné z laviček, která stojí uprostřed pohádkového náměstí. Jelikož bylo pondělí, tak byly všechny turistické atrakce včetně zámku zavřeny, ale to nám bylo celkem jedno. Alespoň jsme viděli zámeckou zahradu. No a pak jsme se šli ještě napapat (Beni to neuvádí, protože by si lidé mysleli, že pořád jen 'žereme', ale tak tomu i je). Vyzvedli jsme si batohy, a pak pěkně autobusem (k nelibosti mého muže) do Znojma. Ubytování jsme našli v Hostelu na svahu za obrovským kostelem. V tak hezkém a levném ubytování jsem v životě ještě nebyla. Doporučuji!! (www.travellers.cz) K tomu skvělá atmosféra, společný stůl na verandě vytvořil nové známosti s dalšími obyvateli hostelu, a ten výhled z okna... jak z katalogu. Večerní obchůzku zajímavým městem jsme ukončili vyníkajicímí palačinkami v Café Oáze. No a pak do postele...
Montag, 13. September 2010
Sonntag, 12. September 2010 [Telč]
Wir durften unser Zelt bis am Nachmittag stehen lassen. Somit mussten wir uns nicht um die Aufbewahrung unseres Gepäcks kümmern. Zuerst wollten wir in der Stadt frühstücken und tappten schön in die „Touristen-Falle“: eine Weinbar bot auf der Tafel auf der Strasse auch Frühstück feil (namentlich süsse Omeletten mit Beeren und Quark). Ich war da natürlich sofort Feuer und Flamme und als Miri für sich auch etwas fand (diverse Sandwiches) waren wir vollends auf den Leim gekrochen. Drinnen war es sehr geschmackvoll eingerichtet, Weinflaschen an der Wand (ich erinnere: es war eine Weinbar!!), Sichtbackstein, schönes Interieur. Was wir bekamen war jedoch weniger geschmackvoll: Miris „Caprese-Sandwich“ hatte Käse drin, so eckligen Käse habe ich noch nie gehabt. Es schmeckte wie eine versalzene Fett-Masse – sicher nicht, wie versprochen auf der Menükarte – Mozarella; meine Omelette war aufgewärmt und fettig. Dazu war es sehr teuer. Wir verliessen die Lokalität dann murrend, in Zukunft wieder „on the go“ (also in der Bäckerei) unser Frühstück zu besorgen. Wir schauten uns dann die Stadt und vor allem das Schloss und den Schlossgarten an – wunderschön!! Wir buchten sogar eine Führung, auf der wir die einzelnen Räume besichtigen konnten, die so eingereichtet waren, wie die Besitzer, die Fürstenfamilie Schwarzenberg vor etwa 150 Jahren dort lebte. Nach der Führung assen wir in der Brauerei der Stadt und erlebten das Gegenteil vom Frühstück: es war super fein und günstig. Mit vollen Bäuchen kehrten wir auf den Zeltplatz zurück, bauten unser Zelt ab, packten zusammen und gingen zurück in die Stadt, genauer gesagt zum Bushof. Dort nahmen wir den Bus nach Telč, unserem nächsten Etappenziel. „Warum den Bus?“, mögt Ihr Euch fragen? Nun, in Tschechien verlaufen die Haupt-Bahnlinien ähnlich wie in Frankreich sternförmig auf die grossen Städte Prag und Brünn zu. Möchte man nun „auf dem Stern“ von einem Strahl zum anderen reisen, reist man zuerst Richtung Mitte bis zum Punkt, wo zwei Strahlen sich treffen und dann wieder nach aussen. In unserem Fall wären das etwa vier Stunden gewesen für (Luftlinie) etwa 50km Reise. Der Bus folgt eher den Fernverkehrsstrassen und eine solche verbindet Třeboň mit Telč. Somit dauerte die Reise nur etwa eineinhalb Stunden. In Telč suchten wir, wie vorgängig im Lonely Planet recherchiert, die Pension Petra auf, die nicht weit vom Bushof entfernt war. Wir klingelten und eine sympathische junge Frau öffnete uns die Tür und zeigte uns freundlich unser Zimmer. Es war etwa 19:30 und, weil es bewölkt war, schon am Dämmern. Wir beschlossen, nicht mehr rauszugehen, ich arbeitete am PC und Miri genoss das Tschechische TV-Programm und schaute sich die Tschechisch-Slowakische Ausgabe von „Talent“ an.
Tak jo
Ráno jsme nechali stan stanem (majitel nám sdělil, že v září už mu to je jedno)a jen s těmi nejcennějšími věcmi jsme se vydali do Třeboňe hledat něco k snídani. Nakonec jsme skončili v nějakém lokálu, kde nám toho hodně naslibovali, a přitom jsme blivajs dostali. K tomu ještě za nekřesťanské peníze. Poté jsme nakoupili pár pohlednic, a celé odpoledne jsme strávili na Třeboňském zámku (absolvovali jsme zajímavou prohlídku) a v zámeckém parku. Pak už jsme tak akorát stihli poobědvat, a poté hurá do kempu, sbalit se, složit stan a přes půl města jsme se vydali k autobusovému stanovišti. Autobus jel (i když byla neděle), jízdenky jsme koupili a do Telče jsme po nějaké té hoďce a půl přijeli. Tam jsme se paradoxně u paničky Ivany ubytovali v jejím Penzionu Petra (tip: Lonely Planet). A ještě předtím jsme u Ting Tionga ve večerce jídlo a pití nakoupili. No a protože jsme byli fakt vyždímani tím tahání naších batohů, prolenošili jsme zbytek večera na pokoji.
Tak jo
Ráno jsme nechali stan stanem (majitel nám sdělil, že v září už mu to je jedno)a jen s těmi nejcennějšími věcmi jsme se vydali do Třeboňe hledat něco k snídani. Nakonec jsme skončili v nějakém lokálu, kde nám toho hodně naslibovali, a přitom jsme blivajs dostali. K tomu ještě za nekřesťanské peníze. Poté jsme nakoupili pár pohlednic, a celé odpoledne jsme strávili na Třeboňském zámku (absolvovali jsme zajímavou prohlídku) a v zámeckém parku. Pak už jsme tak akorát stihli poobědvat, a poté hurá do kempu, sbalit se, složit stan a přes půl města jsme se vydali k autobusovému stanovišti. Autobus jel (i když byla neděle), jízdenky jsme koupili a do Telče jsme po nějaké té hoďce a půl přijeli. Tam jsme se paradoxně u paničky Ivany ubytovali v jejím Penzionu Petra (tip: Lonely Planet). A ještě předtím jsme u Ting Tionga ve večerce jídlo a pití nakoupili. No a protože jsme byli fakt vyždímani tím tahání naších batohů, prolenošili jsme zbytek večera na pokoji.
Samstag, 11. September 2010
Samstag, 11. September 2010 [Třeboň]
Als wir um kurz nach 08 Uhr erwachten, schien bereits die Sonne und der Himmel war ausnahmsweise wolkenlos. Es sollte der erste richtig schöne Tag unserer Reise werden. In kurzen Hosen und T-Shirt. Wir standen auf, duschten uns im Dusch-Container und gingen nochmals in die Stadt. Miri wollte eine Ausstellung von einem sehr bekannten Tschechischen Fotografen (Jan Saudek) sehen, über den es eine Ausstellung im Städchen gab. Aber zuerst frühstückten wir in einem kleinen Kaffee. Nach der Ausstellung kehrten wir auf den Zeltplatz zurück, bauten alles ab, verabschiedeten uns von Kanadier Andy und trugen unsere Rucksäcke zurück zum Bahnhof. Es war ziemlich warm (deutlich über 20°C) und der Weg den Berg hinauf war zum Ende hin doch recht beschwerlich. Beim Bahnhof angekommen, kauften wir ein Ticket und erfuhren, dass der Zug erst in gut zwei Stunden fuhr. Wir suchten uns also einen Platz um Zmittag zu essen und fanden diesen nicht im Restaurant neben dem Bahnhof (Quote: „Wir kochen nur bis 14 Uhr und haben nichts mehr zu Essen“; es war 14:20) sondern in einer Pizzeria ebenfalls neben dem Bahnhof. Die Pizza war fein, nur mussten wir ewig lange warten weil die „Besatzung“ zwei Personen, eine Frau und ein Mann sowohl Pizza backen als auch bedienen, Pizza ausliefern und doch ab und an draussen rauchen müssen. Somit dauerte ein Getränk und eine Pizza bestellen, trinken, essen, bezahlen etwa 1h 30 Minuten- und wir waren schnell. Der Pizza folgte eine zweistündige Zugfahrt nach Třeboň (sprich: Trschebonj). Dort gibt es zwei Bahnhöfe- leider stiegen wir am falschen aus und mussten somit etwa 2.5km quer durch die Stadt gehen. Mit dem ganzen Gepäck, nota bene!! Dazu kamen Schwärme (ja, Schwärme!!!) von Mücken, die uns auffressen wollten. Es war so schlimm wie damals in Tyumen im Frühjahr 2007. Wir holten langärmlige Sachen aus unseren Rucksäcken, weil wir sonst wie Cornichons auf dem Campingplatz angekommen wären. Ein absolutes Highlight war aber im Zentrum von Třeboň ein Verkehrsgarten. Ja, einer wie in Schaffhausen auf der Breite. Mit Wiesen in der Mitte, einem Lichtsignal, sogar mit Fussgänger-Signal und – Schaffhausen übertreffend – einem Bahnübergang der nur leider nicht funktionierte. Also absolut realistisch dem Vorbild nachempfunden. Wenn wir mal Kinder haben................... Wir fanden den Campingplatz dann noch – schön an einem See gelegen. Wir stellten unser Zelt auf- so schnell wie noch nie. Immer wenn man sich bückte, setzten sich etwa fünf Mücken gleichzeit auf das Gesicht oder die Hände und wollten zustechen, während etwa zehn weitere noch dabei waren, sich einen Platz zu suchen und wild vor einem rumflogen. Am Ende retteten wir uns in das schnell aufgebaute Zelt und schnauften erst einmal tief durch.
Freitag, 10. September 2010 [Český Krumlov]
Wir waren am Morgen erleichtert, als wir feststellten, keinen nächtlichen „Besuch“ bekommen zu haben. Schnell standen wir auf, brachen das Zelt ab, packten zusammen und trugen unsere Rucksäcke zur Bushaltestelle. Wir reisten heute weiter nach Český Krumlov (sprich: Tscheskii Krumlof). Die Reise dauerte etwa eine Stunde (für 35km!!) und wir durchquerten einmal mehr ländlichste Gebiete, wo sich Fuchs und Hase bestenfalls „Gute Nacht“ sagen, vorausgesetzt sie sehen sich einmal. Das ganze in Diesel-Schienenbussen, wie sie vor etwa 30 Jahren auf der Hochrhein-Linie der DB (Waldshut- Schaffhausen- Singen am Hohentwiel) im Einsatz waren. In Český Krumlov war ein kleiner Bahnhof, der aber trotzdem ein Informations-Zentrum für Touristen hat. Während Miri sich dort ausgiebig informierte, probierte ich in der Wartehalle nebenan den Kaffeeautomaten aus. Bei umgerechnet etwa 60 Rappen für einen Kaffee durchaus ein bezahlbares Vergnügen. Wir trugen unsere Rucksäcke dann auf einen neuen Zeltplatz, den es erst seit diesem Jahr gibt. Dort angekommen sahen wir eine, schön an der Moldau gelegene Wiese mit einem Zelt und ein paar Container für Duschen und WC's. Miri sah sich kurz um, da kam schon ein Mann auf mich zu und fing an mit mir Tschechisch zu sprechen. Ich wunderte mich noch, dass ich ihn so gut verstehen konnte und als Miri zurückkam lüftete sich das Geheimis: Der Mann hiess Andy und kommt aus Kanada. Auf die Frage, wie er aus Kanada genau nach Tschechien und Český Krumlov kam, meinte er nur, das sei eine lange Geschichte und er wäre vor etwa 14 Jahren einmal als Tourist nach Europa gekommen und das Geld sei ihm ausgegangen. Und so sei er hängengeblieben. Wir stellten dann noch das Zelt auf und machten uns daran, die Stadt zu erkunden. Český Krumlov ist wunderschön!! Es hat ein riesiges Schloss, hoch über der Moldau gelegen und eine Altstadt mit malerischen Gässchen und Häusern. Dazwischen schlängelt sich die Moldau in einem „S“ durch die Stadt. Natürlich ist so ein schöner Ort ein ausgesprochener Touristen-Magnet aber im September ist die Hauptsaison vorbei und die Menschenströme sind übersichtlich. Hinter dem Schloss befindet sich der Schloss-Garten der in bester Schönbrunn-Manier daherkommt mit pedantisch geschnittenen Hecken, grossen Blumenbeeten und Brunnen. Dahinter hat es eine Freilichtbühne mit einer drehbaren Tribüne, wo dann Theaterstücke abwechselnd auf der Bühne und im dahinter liegenden Schlossgarten spielen. So ein Theaterstück zu sehen war uns nicht vergönnt, nur ein paar Artisten, die sich wohl auf ein Stück vorbereiteten und wüst fluchend, einen Joint rauchend unter der Tribüne sassen und Bier tranken. Wir kehrten dann ausserhalb des Schlosses in die Stadt zurück, tranken dort am Ufer der Moldau Kaffee und durchquerten dann noch das Städtchen ehe wir, als es schon zu dämmern begann auf unseren idyllischen Zeltplatz zurückkehrten.
Donnerstag, 09. September 2010 [České Budějovice]
Um etwa 02:30 erwachte ich, da meine Hand eingeschlafen war weil ich auf ihr drauf lag. Es regnete stark und der Regen klopfe auf das Zeltdach. Ich drehte mich von der Seite auf den Rücken und nahm meinen Rucksack als Kopfkissen. Plötzlich nahm ich den Geruch von kalten Rauch wahr, so wie ein voller Aschenbecher riecht oder der Atem von einer Person, die zuvor geraucht hat. Ich dachte mir: „wer raucht hier?“. Schlaftrunken sah ich am Innenzelt den Schatten vom Vorzelt und es sah aus, als ob jemand dabei wäre, raus- oder reinzukriechen. Ich dachte mir, ob wohl Miri auf die Toilette musste und griff mit der flachen Hand auf den Schlafsack neben mir. Doch ich fühlte Miri im Schlafsack. Mit einem Schlag wurde ich hellwach! Versuchte da jemand ins Zelt zu kommen? Ich richtete mich leise auf und blickte durch das Insektennetz am Dach des Zeltes. Ich sah, dass der Reissverschluss des Vorzeltes auf einer Seite offen war und – ich bekam einen Adrenalinstoss – eine Gestalt kniend am Eingang des Vorzeltes. Mein Puls stieg, Gedankenblitze durchzuckten mich. Was tun? Die Gestalt zog kurz zurück, tauchte nun tiefer ins Vorzelt und ich konnte einen Mann, etwa 40 Jahre alt mit Glatze, dunkler Haut und hellbraunen 3/4-Hosen erkennen. Ich sagte laut „Hey!“, er erschrak, stiess einen Laut aus, kroch zurück und lief weg. Ich glaubte, zwei Personen weglaufen gesehen zu haben kann das aber nicht mit Sicherheit sagen. Miri erwachte, schreckte auf, fragte: „Beni, was ist los?“. Ich erzählte ihr alles während ich fühlte, wie mein Puls langsam wieder herunterkam. Ich zündete die Taschenlampe an, kontrollierte alles, es fehlte zum Glück nichts. Aber der Eingang vom Zelt war bereits etwa 20cm geöffnet. Wahrscheinlich konnten sie nur deswegen nicht reingreifen, weil mein Rucksack davor lag mit meinem Kopf drauf. Gleich daneben hätte mein Natel, meine Uhr und der Laptop gelegen. Uff, das war eine Bewahrung!!! Ich erklärte Miri alles und wir waren sicher noch eine Stunde lang wach. Was mich dabei am meisten fürchten liess war die Tatsache, dass ich keinen Ton gehört habe. Okay, es war relativ laut weil es aufs Zeltdach regnete aber ich erkannte den Dieb nur am Geruch und am Schatten auf dem Innenzelt. Gänsehaut...
Als ich am Morgen erwachte, konnte ich es nach wie vor kaum glauben, was ich ein paar Stunden zuvor erlebte. Es war wie ein böser Traum- einfach wahr... Wir standen auf, und machten uns fertig, in die Stadt zu gehen. Als wir bei der Rezeption vorbeikamen, erzählten wir, was letzte Nacht passierte. Die Reaktion war im Sinne von „Mein Name ist Hase...“. Es sei noch nichts weggekommen diesen Sommer. Denkste!! Als Vergleich: im ländlichen, friedlichen Plzeň klagte die Rezeptionistin, dass diesen Sommer viel gestohlen worden sei. Und in České Budějovice, in einem Quartier, wo jedes Haus eingezäunt mit Tor versehen ist, wo man nachts „besucht“ wird, noch nichts? Nee, glaube ich nicht! Egal. Wir liessen uns die Stimmung nicht wirklich vergällen davon und schauten uns die Stadt an. Es gibt dort einen wunderschönes Zentrum mit einem grossen Platz und den, für Tschechien üblichen bunten Häusern. Wir schlenderten durch die Stadt und schauten dann und wann wieder einmal in einem Geschäft rein. Dabei fanden wir Spielsachen, die uns aus der Jugendzeit bekannt waren und in der goldenen Vergangenheit schwelgen liessen. Ich wurde einmal fast weich, als es ein Starterset vom Mehano (!!) mit einer Lokomotive und vier Wagen für umgerechnet etwa 100 Franken gab. Aber ich kaufte es nicht, immer mit dem Hintergedanken, es könnte ja noch etwas besseres kommen und ich müsste es dann doch noch mindestens eine Woche (bis zu Miris Eltern) mit mir mittragen. Miri wurde bei Prior beim Schmuck weich, kaufte etwas passend zu einem Kleid, das sie genäht hatte und hätte beinahe noch mehr eingekauft. Was mich nicht gestört hätte, denn Miri kauft sich äusserst selten Schmuck. Der Tag verging im Flug und wir kehrten zurück auf den Zeltplatz, was unsere Gefühle mit einbrechender Dunkelheit etwas mulmig werden liess. Wir warnten alle Leute auf dem Zeltplatz (eine Handvoll Zelte und zwei Wohnmobile), nahmen bei Motorest (siehe gestern) unsere Suppe zum Nachtessen und krochen in unser Zelt- nur das wir dieses Mal die Reissverschlüsse mit einem Kabelbinder zusammenbanden.
To samé v skrátce a česky
V noci nám lezl zloděj do stanu. Beni naštěstí nespal, na zloděje vyjekl a náš majetek úspěšně ochránil. Já jsem se probudila až když Beni houkl na zloděje a ten byl na útěku, takže kdybych tam byla sama, tak mě sebere i se spacákem. Ráno se tomu recepční vůbec nedivila, takže asi to je normální. Jo, a za stovku jsem mohla vyprat jednu pračku prádla. Historické centrum Českých Budějovic je hezké, ale už to není takové vzrušo jako např. Plzeň. Pojedli jsme v nějaké restauraci a největším zážitkem bylo hračkařství, kde jsme našli hračky našeho mládí. Já jsem se pak ještě zapomněla v bižuterií, bolest hlavy z nevyspané noci jsme zmírnili v kavárně no a v kempu jsme se zahřáli ještě polevkou. Do spacáku jsme ulehli s naději, že se už nikdo k nám dobývat nebude...v noci jsem sice na zloděje čekala, že ho jako vylekám tentokrát já, ale nepřišel...dobrou
Als ich am Morgen erwachte, konnte ich es nach wie vor kaum glauben, was ich ein paar Stunden zuvor erlebte. Es war wie ein böser Traum- einfach wahr... Wir standen auf, und machten uns fertig, in die Stadt zu gehen. Als wir bei der Rezeption vorbeikamen, erzählten wir, was letzte Nacht passierte. Die Reaktion war im Sinne von „Mein Name ist Hase...“. Es sei noch nichts weggekommen diesen Sommer. Denkste!! Als Vergleich: im ländlichen, friedlichen Plzeň klagte die Rezeptionistin, dass diesen Sommer viel gestohlen worden sei. Und in České Budějovice, in einem Quartier, wo jedes Haus eingezäunt mit Tor versehen ist, wo man nachts „besucht“ wird, noch nichts? Nee, glaube ich nicht! Egal. Wir liessen uns die Stimmung nicht wirklich vergällen davon und schauten uns die Stadt an. Es gibt dort einen wunderschönes Zentrum mit einem grossen Platz und den, für Tschechien üblichen bunten Häusern. Wir schlenderten durch die Stadt und schauten dann und wann wieder einmal in einem Geschäft rein. Dabei fanden wir Spielsachen, die uns aus der Jugendzeit bekannt waren und in der goldenen Vergangenheit schwelgen liessen. Ich wurde einmal fast weich, als es ein Starterset vom Mehano (!!) mit einer Lokomotive und vier Wagen für umgerechnet etwa 100 Franken gab. Aber ich kaufte es nicht, immer mit dem Hintergedanken, es könnte ja noch etwas besseres kommen und ich müsste es dann doch noch mindestens eine Woche (bis zu Miris Eltern) mit mir mittragen. Miri wurde bei Prior beim Schmuck weich, kaufte etwas passend zu einem Kleid, das sie genäht hatte und hätte beinahe noch mehr eingekauft. Was mich nicht gestört hätte, denn Miri kauft sich äusserst selten Schmuck. Der Tag verging im Flug und wir kehrten zurück auf den Zeltplatz, was unsere Gefühle mit einbrechender Dunkelheit etwas mulmig werden liess. Wir warnten alle Leute auf dem Zeltplatz (eine Handvoll Zelte und zwei Wohnmobile), nahmen bei Motorest (siehe gestern) unsere Suppe zum Nachtessen und krochen in unser Zelt- nur das wir dieses Mal die Reissverschlüsse mit einem Kabelbinder zusammenbanden.
To samé v skrátce a česky
V noci nám lezl zloděj do stanu. Beni naštěstí nespal, na zloděje vyjekl a náš majetek úspěšně ochránil. Já jsem se probudila až když Beni houkl na zloděje a ten byl na útěku, takže kdybych tam byla sama, tak mě sebere i se spacákem. Ráno se tomu recepční vůbec nedivila, takže asi to je normální. Jo, a za stovku jsem mohla vyprat jednu pračku prádla. Historické centrum Českých Budějovic je hezké, ale už to není takové vzrušo jako např. Plzeň. Pojedli jsme v nějaké restauraci a největším zážitkem bylo hračkařství, kde jsme našli hračky našeho mládí. Já jsem se pak ještě zapomněla v bižuterií, bolest hlavy z nevyspané noci jsme zmírnili v kavárně no a v kempu jsme se zahřáli ještě polevkou. Do spacáku jsme ulehli s naději, že se už nikdo k nám dobývat nebude...v noci jsem sice na zloděje čekala, že ho jako vylekám tentokrát já, ale nepřišel...dobrou
Donnerstag, 9. September 2010
Mittwoch, 08. September 2010 [České Budějovice]
Heute war wieder einmal Reisetag. Also Reisetag bedeutet ja lediglich, am Morgen den Rucksack zu packen, zum Bahnhof zu bringen und dort für ein Paar Stunden zu deponieren. Erleben tut man ja an so einem Tag nicht weniger. Ja und man schläft am Abend natürlich dann an einem anderen Ort als man am Morgen aufgewacht ist, logo! Heute war Reise nach České Budějovice (sprich: Tscheskee Budjejovize) angesagt. Aber vorher wollten wir uns nochmals Plzeň anschauen. Wir frühstückten kleine Zöpfe aus einer Bäckerei beim Bahnhof und einen Kaffee von einem Kaffeestand am Bahnhof – Caffe Latte XXL – reichte gut für uns. Das Wetter war nicht mehr so toll: es war bewölkt aber erstaunlicherweise nicht kalt. Wir schlenderten durch die Stadt und schauten auch ins eine oder andere Geschäft ehe wir dann zur Synagoge kamen. Diese ist ja die drittgrösste der Welt und wir hatten irgendwie die Absicht sie von innen anzuschauen. Als wir dann aber an der Tür mit der Forderung von 2x 55 Kronen konfrontiert wurden, sank dieses Interesse plötzlich ins Bodenlose und wir legten den Rückwärtsgang ein und gingen stattdessen weiter in ein Einkaufszentrum auf die Toilette. Der Nachmittag neigte sich dem Ende zu und um 16:03 sassen wir im Zug nach České Budějovice. Nach zwei Stunden Zugfahrt kamen wir dort an und fuhren direkt weiter mit dem Bus auf den Campingplatz. Als wir dort ankamen fanden wir zuerst einen Campingplatz, der aber irgendwie öde aussah. Miri meinte, es gebe noch einen anderen, der gleich daneben liege. Wir suchten diesen auf, wollten uns an der Reception, die sich in einem Container neben dem Eingangstor befand, anmelden, fanden diesen Container aber voll mit Leuten und warteten deshalb auf einer Bank davor. Miri drehte eine Runde durch den Platz, kam zurück und schien nicht sonderlich begeistert. Ich drehte ebenfalls eine Runde und fand einen kleinen Platz, am Rand gesäumt mit kleinen Bungalows, die sehr heruntergekommen aussahen. Im Camp waren einige Zigeuner-Frauen mit Kindern und es schien uns, als ob diese dort wohnen würden. Ich war ebenfalls nicht wirklich angetan, vor allem der Tatsache wegen, dass es kaum einen Platz gab, wo wir das Zelt hätten aufstellen können. Ausserdem kam nach wie vor niemand aus dem Container heraus und so bliesen wir zur „Flucht nach Vorne“ und gingen zurück zum ersten Campingplatz. Wir checkten ein und man sagte uns, wir könnten uns irgendwo auf der Wiese einen Platz aussuchen. Es nieselte und die Wiese war ganz nass. Wir diskutierten lange, wo wir das Zelt aufstellen sollten – und schliesslich stellten wir es neben zwei Campern, einem Holländischen und einem aus San Marino auf. Als wir fertig waren fragten wir an der Rezeption nach einem Restaurant und die Frau nannte uns in der Nähe ein Motorest, wo man gut essen könne. Wir wollten gehen, fanden aber das Tor am Eingang des Campingplatzes verschlossen. Nachdem wir bei der Rezeption noch einmal klingelten, öffnete sich das Tor etwa zwei Meter, wir sprangen raus und das Tor schloss sich wieder hinter uns. Auf dem Weg zum Motorest sahen wir weitere Häuser mit Toren, wie in Italien. Wir wunderten uns etwas darüber, schenkten dem aber keine weitere Beachtung. Wir assen eine Kleinigkeit und kehrten ins Zelt zurück.
To samé hezky česky
Ráno jsme sbalili své saky paky a hurá do uschovny na vlakové nádraží. Jizdenky MHD jsme si koupili SMSou - to je vymoženost. Poté jsme se vydáli do centra Plzně na nákupní a vyzvědní obchůzku. Při našem bloumání městem jsme trefili na třetí největší synagogu světa, ale protože židé jsou židé, chtěli za vstupne 55 Kč/osoba. Tak jsme se raději vydali k obchodnímu středisku s naději, že tam bude toaleta. V 16:00 jsme odjeli vlakem do Českých Budějovic. Z dvou sousedících kempů jsme si vybrali ten, v kterém trvale nebydleli Romové, a zde, na mokré trávě, jsme postavili stan. Večer jsme se v motorestu posilnili česnekáčkou a pak hup do spacáku. Dobrou...
To samé hezky česky
Ráno jsme sbalili své saky paky a hurá do uschovny na vlakové nádraží. Jizdenky MHD jsme si koupili SMSou - to je vymoženost. Poté jsme se vydáli do centra Plzně na nákupní a vyzvědní obchůzku. Při našem bloumání městem jsme trefili na třetí největší synagogu světa, ale protože židé jsou židé, chtěli za vstupne 55 Kč/osoba. Tak jsme se raději vydali k obchodnímu středisku s naději, že tam bude toaleta. V 16:00 jsme odjeli vlakem do Českých Budějovic. Z dvou sousedících kempů jsme si vybrali ten, v kterém trvale nebydleli Romové, a zde, na mokré trávě, jsme postavili stan. Večer jsme se v motorestu posilnili česnekáčkou a pak hup do spacáku. Dobrou...
Mittwoch, 8. September 2010
Dienstag, 07. September 2010 [Plzeň]
Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, nicht ein bisschen kalt gehabt zu haben in der Nacht. Aber wenn man vom Schweizer Hochsommer direkt in den kühlen Tschechischen Herbst fährt, braucht man eine gewisse Zeit zum Akklimatisieren. Dafür hatten wir schönes Wetter, was ja bis jetzt die Tage nicht unbedingt Standard war... Wir fuhren in die Stadt und frühstückten auf dem Platz vor der grossen Kirche (ich möchte es lieber „Dom“ nennen aber das wäre wohl nicht korrekt). Es war zwar windig aber die Sonne schien und an der Sonne war es angenehm warm. Dann drehten wir eine Runde um die Kirche und gingen weiter ins Brauerei-Museum. Das war sehr interessant- wir bekamen so kleine Walkmans mit wo man in jedem Zimmer eine Geschichte hören konnte. Dort gab es Werkzeuge und Einrichtung von Mälzern und Brauern ausgestellt – und man konnte sogar die Stadtmauer besichtigen. Anschliessend gingen wir weiter in die „Prazdroj“-Brauerei. Dort werden die Marken „Gambrinus“ und „Pilsner Urquell“ gebraut. Der zweite Teil war dann eine Führung durch die Brauerei. Am Eingang ragt das Logo von „Miller“ - leider ist auch diese Brauerei von einem globalen Konzern geschluckt worden. Die Führung war sehr spannend und zeigte die Abfüllerei, Produktionshallen, die Rohstoffe (die man sogar probieren konnte) und die langen Keller, wo das Bier früher gegärt wurde. Nach der Führung gingen wir zurück in die Stadt und streiften noch ein bisschen durch die Geschäfte. Wir kauften allerdings nichts ein, da wir ja alles noch fast drei Wochen mit uns weitertragen müssten. So wollen Käufe gut überlegt sein. Etwa um 19:00 fuhren wir mit dem Tram zurück auf den Zeltplatz und schauten uns im Zeltplatz-Bistro die erste Halbzeit der Spiels Tschechien gegen Litauen an. Leider nicht so berauschend wobei wir dann nach der ersten Halbzeit bezahlten und ins Zelt zurückkehrten und dort am Laptop via UMTS und Webradio (Danke DRS4!!!!) das Spiel Schweiz gegen England anhörten. Also Miri schlief und ich hörte. Viel verpasste sie aber nicht. Die Tschecheli verloren zu Hause 0:1 gegen Litauen (Schmach...) und die Schweiz 1:3 gegen England. Gute Nacht dann...
Dienstag, 7. September 2010
Montag, 06. September 2010 [Plzeň]
Ein Aufenthalt in einem Ort wie Mariánské Lázně wäre unvollständig ohne nicht wenigstens einmal gebadet oder etwas Wellness gemacht zu haben. Aus diesem Grund wollten wir eigentlich vor der Abreise noch ein sogenannte „Prozedur“ über uns ergehen lassen. Das ist im Spa-Fachjargon der Sammelbegriff für Massagen, Heilbäder, Wickel und ähnlichem. Wir räumten zuerst das Hostel, brachten unsere Rucksäcke zum Bahnhof und fuhren mit dem Trolleybus (der teilweise keine Oberleitung hat und deswegen mit dem Dieselgenerator fährt) zurück in die Stadt. Zuerst wollten wir frühstücken gehen und ich hatte tags davor ein Strassen-Café gesehen, das Frühstück anbietet. Miri sagte, ich solle das vergessen, die Tschechen würden um 11 Uhr kein Frühstück mehr essen sondern eher Mittagessen und ich würde ausgelacht. So war es dann aber zum Glück nicht und wir bekamen ein feines Frühstück und bezahlten weniger dafür als damals für die Schinkenbrote in Mělnik. Dann gingen wir zur Spa-Infozentrale die sich gleich beim singenden Brunnen befindet, liessen uns beraten und buchten im Hotel Pacifik ein. Es war etwa 12:20 und wir hatten um 13:00 eingebucht- also 40 Minuten zu überbrücken. Wir setzten uns an der Kolonade auf eine Bank. Miri wollte noch ein paar Fotos machen, ging von mir weg und ich blieb noch ein paar Minuten sitzen und sah sie dann etwa 100m weiter vorne neben dem singenden Brunnen. Ich stand auf und näherte mich ihr in einem weiten Bogen – ich wollte sie überraschen und von hinten halten. Als ich etwa 10m von ihr weg war drehte sie sich plötzlich um und sah mich. Ich sagte ihr, ich hätte sie überraschen wollen, sie lachte, wir umarmten uns, liessen uns wieder los als plötzlich ein kleines Mädchen, etwa 5 Jahre alt zu uns kam. Sie stand neben uns, schaute uns an, berührte uns, sagte aber kein Wort. Ich kapierte nicht was passierte, schaute mich um, schaute das Mädchen wieder an, das mit fröhlichem Gesicht dastand, die Arme weit offen, berührte es uns. Ich dachte an einen Trick, schaute mich um, suchte die Mutter, die nach Geld bettelt, konnte aber nur eine Mutter erkennen, die etwa 5m entfernt stand, nicht bettelte, ausserdem blonde Haare hatte und helle Haut. Ich kapierte noch immer nicht was das sollte; das Mädchen berührte mich an der Beintasche, dann nahm ihre Mutter sie bei der Hand und sie gingen weiter. Wir beobachteten die Zwei, das Mädchen ging nun geradewegs auf einen älteren Mann mit einem grossen Fotoapparat zu und hielt ihn am Bein. Seine Mutter zog es zurück. Es wollte wieder zu dem Mann. Die Mutter zog es zurück. Allmählich verstanden wir es. Es war nicht die übliche Bettel-Masche. Es war nur ein Mädchen, das wohl geistig behindert war mit seiner Mutter. Leider hatte uns seine Mutter nicht gesagt, was mit dem Kind los ist sondern stand wortlos daneben. Mir tat mein Verhalten leid. Ich hätte dem Mädchen so gerne ein Lachen zurückgegeben. Stattdessen war ich misstrauisch, fast argwöhnisch... Miri und ich sprachen noch eine Weile darüber. Es hätte nicht so sein sollen...
Dann wurde 13 Uhr und wir fanden uns zum wellnessen im Hotel Pacifik ein. Es war genial, wir hatten die Anlage fast für uns allein. Nach zwei Stunden intensivem wellnessen waren wir dann bestens gerüstet für unsere Weiterreise nach Plzeň (Pilsen). Wir fuhren wie immer mit dem Zug, mit einer kleinen Ausnahme: Unterwegs war auf etwa 25km Länge eine Baustelle. Die EU erneuert dort die Trasse von Strasse und Schiene und lässt sich das auch was kosten – 2.5 Milliarden Kronen (etwas mehr als 100 Millionen Franken). Deshalb mussten wir in Planá in den Bus umsteigen und in Stříbro (sprich Strschiibro) wieder in den Zug. Das ging aber ziemlich unkompliziert. Auch das Wetter war an diesem Tag sehr schön- jedoch windig. Das sei jedoch normal, es sei ja jetzt Herbst, meinte Miri. In Plzeň angekommen, machten wir uns auf die Suche nach dem Zeltplatz. Ja richtig, wir wollten es wieder einmal mit zelten probieren. Den Zeltplatz fanden wir ziemlich einfach und er war wunderschön gelegen, am Wald und einem See. Und wir waren nicht einmal die einzigen. Wir bauten das Zelt auf und wollten aber noch etwas essen gehen. Da es mittlerweile schon fast dunkel war, beschlossen wir in die kleine Kneipe auf dem Zeltplatz zu gehen. Dort gab es jedoch nichts schlaues zu essen und somit gingen wir, motiviert von einem Schild beim Eingang des Zeltplatzes mit der Aufschrift: „Pizzeria Pulcinella, 800m“ aus dem Zeltplatz-Gelände raus und gingen einer unbeleuchteten Strasse nach. Nach etwa 1km kamen wir zu einer Kreuzung. Wir wussten zwar ungefähr wo wir waren, wussten aber nicht, wo es ein Restaurant gibt. Am Strassenrand war ein Mann daran, seinen Gartenzaun anzustreichen. Miri ging zu ihm hin und frage, ob er ein Restaurant in der Nähe wüsste. Ein paar Jäääh's und Joooh's später machten wir und dann auf den vermeintlichen Glücksweg. Leider erwies sich das Restaurant als Bierkneipe, wo es ausser Bier und einigen Bier-Snacks nichts wirkliches zu essen gab (oder alles andere auf der Karte ausverkauft war). Miri hatte die Nase voll und wollte auf den Zeltplatz zurück, ich wollte aber nicht aufgeben, wissend wie sehr sie sich etwas zu essen wünschen würde und so nahmen wir das Tram zwei Haltestellen wo wir die Pizzeria wussten. In dieser Pizzeria wurden wir dann auch „fündig“ und es gab für jeden von uns eine halbe Pizza zum Znacht. Der Rückweg war dann wesentlich einfacher. Wir gingen zu Fuss über die Strasse, auf der wir am Tag mit dem Bus kamen, die etwas durch den Wald führte und ich erzählte Miri die Geschichte vom legendären Kasperli-Theater, das uns meine Mutter eines Nachmittags in der Stube des Hauses am „Langhanser-Gässli“ vorspielte. Es war sehr kalt geworden – 4°C sollten es laut Wetterbericht werden – und es wurde auch. Allerdings hört sich der Wert kälter an, als es wirklich war...
Dann wurde 13 Uhr und wir fanden uns zum wellnessen im Hotel Pacifik ein. Es war genial, wir hatten die Anlage fast für uns allein. Nach zwei Stunden intensivem wellnessen waren wir dann bestens gerüstet für unsere Weiterreise nach Plzeň (Pilsen). Wir fuhren wie immer mit dem Zug, mit einer kleinen Ausnahme: Unterwegs war auf etwa 25km Länge eine Baustelle. Die EU erneuert dort die Trasse von Strasse und Schiene und lässt sich das auch was kosten – 2.5 Milliarden Kronen (etwas mehr als 100 Millionen Franken). Deshalb mussten wir in Planá in den Bus umsteigen und in Stříbro (sprich Strschiibro) wieder in den Zug. Das ging aber ziemlich unkompliziert. Auch das Wetter war an diesem Tag sehr schön- jedoch windig. Das sei jedoch normal, es sei ja jetzt Herbst, meinte Miri. In Plzeň angekommen, machten wir uns auf die Suche nach dem Zeltplatz. Ja richtig, wir wollten es wieder einmal mit zelten probieren. Den Zeltplatz fanden wir ziemlich einfach und er war wunderschön gelegen, am Wald und einem See. Und wir waren nicht einmal die einzigen. Wir bauten das Zelt auf und wollten aber noch etwas essen gehen. Da es mittlerweile schon fast dunkel war, beschlossen wir in die kleine Kneipe auf dem Zeltplatz zu gehen. Dort gab es jedoch nichts schlaues zu essen und somit gingen wir, motiviert von einem Schild beim Eingang des Zeltplatzes mit der Aufschrift: „Pizzeria Pulcinella, 800m“ aus dem Zeltplatz-Gelände raus und gingen einer unbeleuchteten Strasse nach. Nach etwa 1km kamen wir zu einer Kreuzung. Wir wussten zwar ungefähr wo wir waren, wussten aber nicht, wo es ein Restaurant gibt. Am Strassenrand war ein Mann daran, seinen Gartenzaun anzustreichen. Miri ging zu ihm hin und frage, ob er ein Restaurant in der Nähe wüsste. Ein paar Jäääh's und Joooh's später machten wir und dann auf den vermeintlichen Glücksweg. Leider erwies sich das Restaurant als Bierkneipe, wo es ausser Bier und einigen Bier-Snacks nichts wirkliches zu essen gab (oder alles andere auf der Karte ausverkauft war). Miri hatte die Nase voll und wollte auf den Zeltplatz zurück, ich wollte aber nicht aufgeben, wissend wie sehr sie sich etwas zu essen wünschen würde und so nahmen wir das Tram zwei Haltestellen wo wir die Pizzeria wussten. In dieser Pizzeria wurden wir dann auch „fündig“ und es gab für jeden von uns eine halbe Pizza zum Znacht. Der Rückweg war dann wesentlich einfacher. Wir gingen zu Fuss über die Strasse, auf der wir am Tag mit dem Bus kamen, die etwas durch den Wald führte und ich erzählte Miri die Geschichte vom legendären Kasperli-Theater, das uns meine Mutter eines Nachmittags in der Stube des Hauses am „Langhanser-Gässli“ vorspielte. Es war sehr kalt geworden – 4°C sollten es laut Wetterbericht werden – und es wurde auch. Allerdings hört sich der Wert kälter an, als es wirklich war...
Montag, 6. September 2010
Sonntag, 05. September 2010 [Mariánské Lázně]
Das Zelt pausierte dann friedlich neben uns und war vielleicht ein wenig eifersüchtig ob der guten Nacht die wir hatten. Wir standen auf und versuchten mit PC und Internet herauszufinden, wie wir am besten nach „Chodova Plana“ in diese Brauerei kommen würden. Dort hatten wir uns nämlich für 13:00 einen Platz in der „Beer-Spa“ reserviert. Nach dem wälzen von diversen Webseiten und Karten war ich der Meinung, es müsste einen Bus von der ČD (Tschechischen Bahn) geben, der nach Chodova Plana fährt. Obwohl: ein Bus von der ČD wäre zugegebenermassen ungewöhnlich. Aber warum sollte der Fahrplan auch falsch sein?? Wir gingen dann zu Fuss zum Bahnhof, betraten die Wartehalle, gingen an den Schalter und fragten nach Tickets für den Bus nach Chodova Plana. Die Frau am Schalter meinte schnippisch: da müsst Ihr zum Busbahnhof: die Tickets gibt's im Bus. Wir gingen raus, zum Busbahnhof der sich gleich nebenan der langen Bahnhofstrasse nach erstreckte und kontrollierten alle Fahrpläne auf Bussteig 1-6. Aber nirgendwo wollte um 11:37 ein Bus Nr. 7335 nach Chodova Plana abfahren. Ich erlebte bange Minuten. Hatte ich falsch geschaut? Hatte ich mich getäuscht? Stimmte der Fahrplan nicht? Nachdem ich einsehen musste, dass es wohl keinen solchen Bus gibt meinte Miri, vielleicht sei es doch ein Zug und wir gingen zurück in die Wartehalle und das erste was ich sehe auf der grossen Anzeigetafel: „Bus 7335 Plana via Chodova Plana 11:37“. Wir gingen zum Ticketschalter, dieses mal zum anderen (ich hatte genug von der Frau, die mir bange Minuten bescherte) und kauften 2x Chodova Plana und zurück und bekamen noch die Information, der Bus fahre links ausserhalb der Wartehalle vor dem Gebäude. Durchatmen Beni... Wir fuhren dann nach Chodova Plana, fanden die Brauerei, mussten noch etwas warten und durften um 13:00 dann rein in die Beer-Spa. Wir stiegen die Stufen hinab in den alten Bierkeller, traten ein und bekamen beide ein Spa-Tuch (grosses Leintuch) und wurden angewiesen, uns ganz auszuziehen und nur mit diesem Tuch zu bekleiden. Gesagt, getan, schon führte uns die Dame in einen anderen Raum, wo eine riesige Chromstahl-Wanne stand, gefüllt mit einer dunkelgrauen Flüssigkeit mit etwa 10cm Schaum oben drauf. Wir durften beide einsteigen ins warme Bier-Bad und blieben etwa eine halbe Stunde dort drin. Dann durfen wir raus und kamen in einen anderen Raum, wo Ruheliegen waren und durften dort eine halbe Stunde ausruhen. Dann zogen wir uns wieder an und mit der Anweisung, mindestens vier Stunden nicht zu duschen, waren wir entlassen. Wir fühlten uns beide so schön aufgewärmt und machten uns auf den Weg zum Bahnhof und fuhren zurück nach Mariánské Lázně. Wir gingen zu Fuss ins Hostel und kehrten auf dem Weg gleich noch ein und assen typisch Tschechisch Knödel und Fleisch. Im Hostel angekommen, wollten wir uns kurz ausruhen, waren aber vom Bad und dem Essen so müde dass wir einschliefen und erwachten erst wieder nach etwa 2 Stunden. Wir gingen nochmals etwas raus, die Stadt erkunden waren aber ziemlich früh wieder zurück im Hostel... Der Tag forderte seinen Tribut...
Samstag, 04. September 2010 [Mariánské Lázně]
Genauso fein wie das Nachtessen am Abend zuvor, war das Frühstück am Morgen. Wir genossen es sehr und plauderten viel, ehe wir uns dann aufmachten ins Erzgebirge. Miri's Eltern blieben noch ein paar Tage in Oberwiesenthal, wir reisten weiter. Aber noch verbrachten wir den Tag zusammen mit Jaro, seiner Frau, Miri's Eltern und ihrem Bruder Jonatan. Zuerst fuhren wir auf den Fichtelberg (1215m), den höchsten Punkt des Erzgebirges auf Deutscher Seite, der sich gleich oberhalb Oberwiesenthal befindet. Anschliessend rüber nach Tschechien auf den Klínovec (1244m), den höchsten Punkt des Erzgebirges. Die Aussicht war schön, die Temperatur weniger und der Wind machte das ganze auch nicht angenehmer. Wir waren froh, wieder ins Auto einzusteigen und kalte Nase und Hände aufzuwärmen. Damit hätte ja keiner von uns so richtig gerechnet – ich habe noch zwei Paar kurze und nur ein Paar lange Hosen eingepackt... Nun trage ich seit einer Woche nur die langen Hosen und die kurzen höchstes mal zum schlafen... Heul... Wir fuhren dann nach Karlovy Vary und schlenderten nochmals etwas auf der Kolonade – diesmal mit Miri's Eltern, Jaro und Ida. Um 15:00 musste Miri's Vater dann die Parkuhr nachzahlen und gingen mit und er fuhr uns gleich zum Bahnhof. Nicht nur das: er kümmerte sich darum, dass wir die richtigen Billette bekamen, fand heraus, dass wir besser vom anderen Bahnhof aus fahren würden, ging zurück, tauschte die Billette wieder um, fuhr uns zum anderen Bahnhof, fand aber keinen Parkplatz und fuhr deshalb einfach bei einer Bar auf den Parkplatz, wo ein drohendes Schild „Abschleppen“ angebracht war. Dort liess er uns aussteigen, umarmte uns und wünschte uns eine gute Reise. Doch damit nicht genug; aber dazu gleich... Wir suchten uns dann am unteren Bahnhof den Fahrplan und sahen, dass unser Zug in etwas mehr als einer Stunde fuhr. Wir beschlossen, jetzt essen zu gehen um dann in Marienbad mit vollem Bauch das Zelt aufstellen zu können. Darum suchten wir ein Restaurant und fanden dann auch eines, nicht zu weit vom Bahnhof, setzten uns rein, bestellten und waren schon am Essen, als wir plötzlich eine uns bekannte Person erkannten – Miri's Vater. Er habe uns am Bahnhof nicht gefunden und noch Proviant geben wollen. Da sei er einfach hier rein gekommen und da waren wir... Wir nahmen alles dankend an – Miri war aber irgendwie nicht so wohl dabei. Die Portionen im Restaurant waren riesig. Ich hatte fast Bauchschmerzen davon, so viel war es. So richtig konnte ich die wunderschöne, etwas mehr als eine Stunde dauernde Fahrt nach Mariánské Lázně (Marienbad) gar nicht geniessen. Interessant war auch der Zug: Ein Dieseltriebzug der Vogtlandbahn GmbH aus Deutschland, in dem ein grosses Schild ragte: „Mit Unterstützung durch Mittel des Freistaats Sachsen“. Etwas anderes als irgend eine EU-grenzüberschreitende Nachbarschaftshilfe kann man sich darunter nicht vorstellen, liegt doch weder Karlovy Vary noch Mariánské Lázně wirklich in Sachsen...
In Mariánské Lázně angekommen, machten wir uns auf die Suche nach dem Zeltplatz. Zuerst nahmen wir den Trolleybus bis zur Station wo wir umsteigen sollten, dort fanden wir heraus, dass der Bus den wir nehmen sollten am Samstag irgendwie nicht fährt. Miri fragte dann noch eine Frau an der Bushaltestelle und die meinte, dass selbst wenn der Bus fahren würde, es noch weit zu Fuss zu gehen wäre von der Station. Angesichts der etwas fortgeschrittenen Zeit (es war doch schon 20:00) beschlossen wir, zuerst in einem Hostel in der Stadt anzurufen, wo man für etwa 30 Franken zu zwei übernachten kann. Da dort noch Plätze frei waren kamen wir dort unter und liessen das Zelt für zwei Tage in seiner Tasche.
In Mariánské Lázně angekommen, machten wir uns auf die Suche nach dem Zeltplatz. Zuerst nahmen wir den Trolleybus bis zur Station wo wir umsteigen sollten, dort fanden wir heraus, dass der Bus den wir nehmen sollten am Samstag irgendwie nicht fährt. Miri fragte dann noch eine Frau an der Bushaltestelle und die meinte, dass selbst wenn der Bus fahren würde, es noch weit zu Fuss zu gehen wäre von der Station. Angesichts der etwas fortgeschrittenen Zeit (es war doch schon 20:00) beschlossen wir, zuerst in einem Hostel in der Stadt anzurufen, wo man für etwa 30 Franken zu zwei übernachten kann. Da dort noch Plätze frei waren kamen wir dort unter und liessen das Zelt für zwei Tage in seiner Tasche.
Samstag, 4. September 2010
Freitag, 03. September 2010 [Oberwiesenthal, D]
Dieses Mal schlief ich ohne Unterbruch durch. Miri stand früh auf und suchte die Frau vom Camping, fand diese, rechnete mit Ihr ab und organisierte uns ein Frühstück im Hotel (kostete zwar etwa 7 Franken pro Person aber war suuuuuuuper). Wir erkundigten uns, wann ein Bus fährt und erfuhren, dass in 40 Minuten oder dann zwei Stunden später. Weil wir das Warten auf den Bus leid waren, beschossen wir, schnell zusammenzupacken und den Bus um 10:10 zu erwischen. Das klappe dann auch und bald sassen wir mit vielen lustigen Menschen, u.a. einer Frau mit einem Korb voller riesiger Pilze im Bus zurück ins Zentrum von Karlovy Vary. Dann fuhren wir weiter mit dem Bus zum oberen Bahnhof und deponierten dort die Rucksäcke. Wir fuhren weiter mit dem Bus in eine Glasfabrik, die weltberühmte Glasfabrik Moser (mir war sie nachher dann auch bekannt – vorher nicht). Zuerst durften wir uns einer kroatischen Schulklasse anschliessen und die Produktion besichtigen. Dort sah man die Jungs das Glas in einem Ofen schmelzen, anschliessend aufblasen, kühlen, formen, schneiden ect. War sehr faszinierend. Hinterher schauten wir uns noch eine Dokumentation über die Firmengeschichte und deren Produkte an. Produkte die ihren festen Platz bei den Reichen und Schönen dieser Welt haben. Gleich daneben war dann noch der Fabrikladen, wo man die Erzeugnisse der Fabrik kaufen kann – jedoch in einem Preissegment, das sich nicht unbedingt mit dem meinigen deckt...
Nach der Glasfabrik fuhren wir mit dem Bus zurück in die Stadt und warteten auf Miri's Eltern, die wir treffen sollten um mit ihnen dann weiter zum Jaro, einem Freund aus Krefeld, den ich auch vom Fussball spielen dort kannte. Wir schlenderten durch die Stadt und beschlossen, etwas dem Fluss zu folgen. Die folgenden Eindrücke lassen sich nur schwer beschreiben... Zuerst kamen wir zu einer Kolonade. Meiner Auffassung nach ist eine Kolonade eine Säulenhalle- also ein Dach, das von Säulen gestützt ist und somit einen überdachten Gang gibt (so ähnlich, wie im alten Herblingermarkt dieses orange Ding, das den Migros mit dem Coop verband – nur natürlich nicht aus Plastik und etwa 10 Millionen mal schöner). In diesen Kolonaden befinden sich die Quellen- meistens kleine Brunnen aus Messing oder Bronze wo das mineralienreiche Wasser warm bis heiss in ein Becken läuft und man davon trinken kann. 15 oder 20 verschiedene Quellen gibt es – alle mit anderen Temperaturen und Zusammensetzungen. Auf eine Länge von etwa 1km erstrecken sich wunderschöne, bunt verzierte, verschnörkelte Gebäude und in der Mitte ein Fluss, eine Flaniermeile und eben solche Kolonaden. Eigentlich wunderschön- nur- man meint, man sei in Russland... Alles ist Russisch angeschrieben. Werbung, Plakate, Aushänge von Restaurants, alles Russisch. An Gebäuden hängen Plakate nur auf Russisch: „zu verkaufen“. Mega schräg!! Wir kamen mit einer Verkäuferin ins Gespräch (offensichtlich eine Tschechin) die in einem dieser hunderten von Souvenirläden Kram verkaufte und ich sagte zu Ihr, dass mir Karlovy Vary etwas scheint wir „Klein St. Petersburg“. Sie sagte: „Was, klein St. Petersburg?? Gross St. Peterburg. Nur Russen hier, und immer mehr!!“ Sie seufzte, ehe sie unmissverständlich ihrem Unmut über die Russen Luft machte. Speziell in der Kolonaden-Meile (wenn ich sie mal so nennen darf) sind die Leute, die mit so speziellen Krügen von Quelle zu Quelle pilgern, dort ihre Krüge auffüllen und durch einen langen Hals das was ausschlürfen. Das seien spezielle Spa-Krüge. Man muss sich das vorstellen wie eine kleine, schmale Blumenvase, mit einem Ausguss eines Teekrugs. Der Ausguss ist aber höher als die Blumenvase selber und dient somit wie ein Stohhalm zum trinken. Die Leute hängen dann dort in der Kolonade zum, füllen ihre Teekrug-Vasen auf und halten sie wie Tabak-Pfeiffen an den Mund und saugen daran. Das hat durchaus einen Sinn: gewisse Quellen sind über 60°C heiss und somit nicht direkt ab Brunnen trinkbar... Diese Teekrug-Vasen kann man natürlich dort vor Ort in diesen Souvenir-Läden zu hundert-tausenden kaufen, bedruckt, graviert, bemalt. So vielfältig wie die Leute, so vielfältig ihre Vasen.
Am späten Nachmittag kamen dann Miri's Eltern auch in Karlovy Vary an. Wir schlenderten ein Stück gemeinsam durch die Kolonade, ehe wir dann zu ihrem Auto gingen und weiter zum Bahnhof um unsere Rucksäcke abzuholen. Dann fuhren wir noch etwa 35km zu Jarek und Ida, die ein Ferienhaus im Erzgebirge, nur wenige Kilometer hinter der Grenze haben. Dort wurden wir herzlich empfangen, bekamen ein feines Nachtessen und schliefen dann dort auf der Couch (Bettsofa). Nach zwei Nächten im Zelt eine willkommene Abwechslung...
Nach der Glasfabrik fuhren wir mit dem Bus zurück in die Stadt und warteten auf Miri's Eltern, die wir treffen sollten um mit ihnen dann weiter zum Jaro, einem Freund aus Krefeld, den ich auch vom Fussball spielen dort kannte. Wir schlenderten durch die Stadt und beschlossen, etwas dem Fluss zu folgen. Die folgenden Eindrücke lassen sich nur schwer beschreiben... Zuerst kamen wir zu einer Kolonade. Meiner Auffassung nach ist eine Kolonade eine Säulenhalle- also ein Dach, das von Säulen gestützt ist und somit einen überdachten Gang gibt (so ähnlich, wie im alten Herblingermarkt dieses orange Ding, das den Migros mit dem Coop verband – nur natürlich nicht aus Plastik und etwa 10 Millionen mal schöner). In diesen Kolonaden befinden sich die Quellen- meistens kleine Brunnen aus Messing oder Bronze wo das mineralienreiche Wasser warm bis heiss in ein Becken läuft und man davon trinken kann. 15 oder 20 verschiedene Quellen gibt es – alle mit anderen Temperaturen und Zusammensetzungen. Auf eine Länge von etwa 1km erstrecken sich wunderschöne, bunt verzierte, verschnörkelte Gebäude und in der Mitte ein Fluss, eine Flaniermeile und eben solche Kolonaden. Eigentlich wunderschön- nur- man meint, man sei in Russland... Alles ist Russisch angeschrieben. Werbung, Plakate, Aushänge von Restaurants, alles Russisch. An Gebäuden hängen Plakate nur auf Russisch: „zu verkaufen“. Mega schräg!! Wir kamen mit einer Verkäuferin ins Gespräch (offensichtlich eine Tschechin) die in einem dieser hunderten von Souvenirläden Kram verkaufte und ich sagte zu Ihr, dass mir Karlovy Vary etwas scheint wir „Klein St. Petersburg“. Sie sagte: „Was, klein St. Petersburg?? Gross St. Peterburg. Nur Russen hier, und immer mehr!!“ Sie seufzte, ehe sie unmissverständlich ihrem Unmut über die Russen Luft machte. Speziell in der Kolonaden-Meile (wenn ich sie mal so nennen darf) sind die Leute, die mit so speziellen Krügen von Quelle zu Quelle pilgern, dort ihre Krüge auffüllen und durch einen langen Hals das was ausschlürfen. Das seien spezielle Spa-Krüge. Man muss sich das vorstellen wie eine kleine, schmale Blumenvase, mit einem Ausguss eines Teekrugs. Der Ausguss ist aber höher als die Blumenvase selber und dient somit wie ein Stohhalm zum trinken. Die Leute hängen dann dort in der Kolonade zum, füllen ihre Teekrug-Vasen auf und halten sie wie Tabak-Pfeiffen an den Mund und saugen daran. Das hat durchaus einen Sinn: gewisse Quellen sind über 60°C heiss und somit nicht direkt ab Brunnen trinkbar... Diese Teekrug-Vasen kann man natürlich dort vor Ort in diesen Souvenir-Läden zu hundert-tausenden kaufen, bedruckt, graviert, bemalt. So vielfältig wie die Leute, so vielfältig ihre Vasen.
Am späten Nachmittag kamen dann Miri's Eltern auch in Karlovy Vary an. Wir schlenderten ein Stück gemeinsam durch die Kolonade, ehe wir dann zu ihrem Auto gingen und weiter zum Bahnhof um unsere Rucksäcke abzuholen. Dann fuhren wir noch etwa 35km zu Jarek und Ida, die ein Ferienhaus im Erzgebirge, nur wenige Kilometer hinter der Grenze haben. Dort wurden wir herzlich empfangen, bekamen ein feines Nachtessen und schliefen dann dort auf der Couch (Bettsofa). Nach zwei Nächten im Zelt eine willkommene Abwechslung...
Donnerstag, 02. September 2010 [Karlovy Vary]
Aus unerfindlichen Gründen erwachte ich um etwa 03:30 und konnte nicht mehr schlafen. Kalt hatte ich nicht und auch die, zugegeben etwas ungewohnte Härte der Unterlage, war es wohl nicht. Vielleicht die Strasse oder die Bahnlinie, die gleich neben dem Campingplatz verliefen. Ich versuchte einige Tricks aber helfen wollte keiner so richtig. So döste ich dann etwa zwei Stunden, ehe ich wieder schlafen konnte. Als ich wieder erwachte war Miri schon wach. „Wie spät ist es?“, fragte ich sie. „Es ist Acht Uhr“, antwortete sie. „Ho, gut geschlafen“, dachte ich und sah die Sonne durchs Zelt scheinen. In der Nacht hatte es nämlich geregnet – das bekam ich während den zwei wachen Stunden deutlich mit und ich hatte mir schon ausgemalt, wie ich dann wohl das nasse Zelt zusammenpacken und dann irgendwo in einem Hotel- oder Pensionszimmer illegal zum trocknen aufhängen würde. Aber soweit kam es zum Glück ja gar nicht. Aus der Seitentasche von Miris Rucksack ragte verführerisch ein Farmer-Stengel. Da ich wusste, dass es noch mehr davon hat, krallte ich mir diesen und frühstückte gleich noch im Schlafsack. Dann duschten wir beide, packten zusammen und räumten das Zelt zusammen. Einzig der Boden des Zelts war ein bisschen dreckig, ausserdem bemerkte ich einen kleinen Schnitt darin. Aber nicht weiter schlimm...
Wir machten unser bereits bekanntes Prozedere – zum Bahnhof gehen und dort die Rucksäcke deponieren – und suchten und in der Stadt etwas zum Frühstück. Wir fanden eine super Bäckerei und kauften (nicht ganz Manser-kompatible) Gebäcke und assen die gleich auf der Strasse. Später tranken wir Kaffee in einem Geschenke-Laden, der noch eine Kaffee- und Sandwich-Theke hatte (das ist jetzt nicht sooo schräg, wie man sich das vielleicht vorstellt – Ihr hättet es eben sehen müssen...). Anschliessend gingen wir zum Schloss und genossen kurz den Ausblick auf die Elbe. Wir fotografierten den vermeintlichen Elbe-Moldau-Zusammenfluss und wunderten uns noch, dass die Moldau sehr klein sei, bis wir dann feststellten, dass dies gar nicht der echte Zusammenfluss ist, sondern nur ein kleiner Kanal und der Zusammenfluss hinter einer Bergkuppe versteckt war. Später liess ich dann dort in der Stadt noch einen Film express entwickeln, weil ich immer Probleme mit dem Fotoapparat hatte. Ich erhoffte mir davon zu erfahren, ob die Kamera wirklich funktionsuntauglich oder nur eingeschränkt funktionsfähig war. Doch so richtig fand ich das auch nach dem Entwickeln des Filmes nicht heraus- alles was ich wusste, dass nur etwa ein Drittel der Fotos brauchbar waren. Aber ein deutliches Fehlerbild ergab sich mir nicht... Ich fotografierte weiter... Wir beschlossen dann, am gleichen Tag noch nach Karlovy Vary (Karlsbad) zu fahren. Das war eine etwas längere Zugreise (so etwa 4 Stunden, knapp 200km). Darum mussten wir schon um 15:00 auf den Zug. Wir fuhren über Ústí nad Labem und Chomutov nach Karlovy Vary. Dort angekommen machten wir uns auf die Suche nach einem Zeltplatz. Respektive auf die Suche nach einem Bus zum Zeltplatz. Zuerst mussten wir einmal einen Bus finden in die Stadt, da der Bahnhof (der obere von beiden) ein bisschen oberhalb der Stadt liegt und es zu Fuss eine gute halbe Stunde ins Zentrum gewesen wäre. Nun offenbarte sich uns eine kolossale Schwäche vom Busnetz in Karlovy Vary. Es gibt zwar etwa 15 oder 20 Buslinien, die meisten fahren jedoch im ein- bis zwei-Stunden Takt. Und wenn man mit einer Linie im Zentrum ankommt, wartet man leicht über eine halbe Stunde auf den Anschluss. Wir hatten zwei Zeltplätze zur Auswahl, beide waren weit ausserhalb der Stadt – und wir hatten noch nichts gegessen. Miri bestand darauf, noch etwas zu essen – nur hatten wir zu wenig Zeit zu essen bevor der Bus fuhr und hatten aber umgekehrt keine Information ob es an einem der Zeltplätze ein Restaurant gibt. Wir diskutierten bis zwei Minuten bevor der Bus fuhr und nahmen schliesslich volles Risiko und den ersten Zeltplatz – nicht zuletzt der Tatsache Rechnung tragend, dass es dunkler und dunkler wurde und wir auf den Bus für den zweiten Zeltplatz noch weitere 20 Minuten hätten warten müssen. Wir fuhren dann mit dem Bus etwa 25 Minuten aus der Stadt hinaus in die Dämmerung und stiegen in der Wildnis, an einem Waldrand aus dem Bus aus, wo wir es gemäss Beschreibung hätten tun sollen. Von weit sah man ein beleuchtetes Gebäude und in der Dämmerung waren eine unbeleuchtete Strasse zu erkennen. Wir folgten dieser Strasse für etwa 400m und kamen in eine Feriensiedlung mit kleinen Häuschen und einem beleuchteten Hotel. Miri rief die Frau vom Campingplatz nochmals an und die sagte, wie wäre schon nach Hause gefahren aber wir sollten einfach irgendwo das Zelt aufstellen und sie würde dann am anderen Tag mit uns abrechnen. Es war schon fast dunkel, wir bauten das Zelt auf und suchten uns im Hotel etwas zu essen. Dort war eine sehr nette Frau, die uns sagte, wir könnten uns alles aussuchen von der Speisekarte. Wir füllten unsere leeren Bäuche und besetzten nebenbei mehrere Steckdosen um PC, Handies und Kamera aufzuladen. Anschliessend bezahlten wir, kehrten zu unserem Zelt zurück und wollten Zähne putzen gehen, fanden in der Dunkelheit das Toiletten-Gebäude nicht (es war gleich neben unserem Zelt, wie wir am anderen Tag dann herausfanden). Somit schlichen wir noch einmal ins Hotel und putzten uns dort auf der Toilette die Zähne. Um 23:00 krochen wir totmüde in unsere Schlafsäcke und lauschten dem Regen der fein aufs Zelt klopfte...
Wir machten unser bereits bekanntes Prozedere – zum Bahnhof gehen und dort die Rucksäcke deponieren – und suchten und in der Stadt etwas zum Frühstück. Wir fanden eine super Bäckerei und kauften (nicht ganz Manser-kompatible) Gebäcke und assen die gleich auf der Strasse. Später tranken wir Kaffee in einem Geschenke-Laden, der noch eine Kaffee- und Sandwich-Theke hatte (das ist jetzt nicht sooo schräg, wie man sich das vielleicht vorstellt – Ihr hättet es eben sehen müssen...). Anschliessend gingen wir zum Schloss und genossen kurz den Ausblick auf die Elbe. Wir fotografierten den vermeintlichen Elbe-Moldau-Zusammenfluss und wunderten uns noch, dass die Moldau sehr klein sei, bis wir dann feststellten, dass dies gar nicht der echte Zusammenfluss ist, sondern nur ein kleiner Kanal und der Zusammenfluss hinter einer Bergkuppe versteckt war. Später liess ich dann dort in der Stadt noch einen Film express entwickeln, weil ich immer Probleme mit dem Fotoapparat hatte. Ich erhoffte mir davon zu erfahren, ob die Kamera wirklich funktionsuntauglich oder nur eingeschränkt funktionsfähig war. Doch so richtig fand ich das auch nach dem Entwickeln des Filmes nicht heraus- alles was ich wusste, dass nur etwa ein Drittel der Fotos brauchbar waren. Aber ein deutliches Fehlerbild ergab sich mir nicht... Ich fotografierte weiter... Wir beschlossen dann, am gleichen Tag noch nach Karlovy Vary (Karlsbad) zu fahren. Das war eine etwas längere Zugreise (so etwa 4 Stunden, knapp 200km). Darum mussten wir schon um 15:00 auf den Zug. Wir fuhren über Ústí nad Labem und Chomutov nach Karlovy Vary. Dort angekommen machten wir uns auf die Suche nach einem Zeltplatz. Respektive auf die Suche nach einem Bus zum Zeltplatz. Zuerst mussten wir einmal einen Bus finden in die Stadt, da der Bahnhof (der obere von beiden) ein bisschen oberhalb der Stadt liegt und es zu Fuss eine gute halbe Stunde ins Zentrum gewesen wäre. Nun offenbarte sich uns eine kolossale Schwäche vom Busnetz in Karlovy Vary. Es gibt zwar etwa 15 oder 20 Buslinien, die meisten fahren jedoch im ein- bis zwei-Stunden Takt. Und wenn man mit einer Linie im Zentrum ankommt, wartet man leicht über eine halbe Stunde auf den Anschluss. Wir hatten zwei Zeltplätze zur Auswahl, beide waren weit ausserhalb der Stadt – und wir hatten noch nichts gegessen. Miri bestand darauf, noch etwas zu essen – nur hatten wir zu wenig Zeit zu essen bevor der Bus fuhr und hatten aber umgekehrt keine Information ob es an einem der Zeltplätze ein Restaurant gibt. Wir diskutierten bis zwei Minuten bevor der Bus fuhr und nahmen schliesslich volles Risiko und den ersten Zeltplatz – nicht zuletzt der Tatsache Rechnung tragend, dass es dunkler und dunkler wurde und wir auf den Bus für den zweiten Zeltplatz noch weitere 20 Minuten hätten warten müssen. Wir fuhren dann mit dem Bus etwa 25 Minuten aus der Stadt hinaus in die Dämmerung und stiegen in der Wildnis, an einem Waldrand aus dem Bus aus, wo wir es gemäss Beschreibung hätten tun sollen. Von weit sah man ein beleuchtetes Gebäude und in der Dämmerung waren eine unbeleuchtete Strasse zu erkennen. Wir folgten dieser Strasse für etwa 400m und kamen in eine Feriensiedlung mit kleinen Häuschen und einem beleuchteten Hotel. Miri rief die Frau vom Campingplatz nochmals an und die sagte, wie wäre schon nach Hause gefahren aber wir sollten einfach irgendwo das Zelt aufstellen und sie würde dann am anderen Tag mit uns abrechnen. Es war schon fast dunkel, wir bauten das Zelt auf und suchten uns im Hotel etwas zu essen. Dort war eine sehr nette Frau, die uns sagte, wir könnten uns alles aussuchen von der Speisekarte. Wir füllten unsere leeren Bäuche und besetzten nebenbei mehrere Steckdosen um PC, Handies und Kamera aufzuladen. Anschliessend bezahlten wir, kehrten zu unserem Zelt zurück und wollten Zähne putzen gehen, fanden in der Dunkelheit das Toiletten-Gebäude nicht (es war gleich neben unserem Zelt, wie wir am anderen Tag dann herausfanden). Somit schlichen wir noch einmal ins Hotel und putzten uns dort auf der Toilette die Zähne. Um 23:00 krochen wir totmüde in unsere Schlafsäcke und lauschten dem Regen der fein aufs Zelt klopfte...
Mittwoch, 01. September 2010 [Mělnik]
Miri freute sich aufs Frühstück im Hotel: „Endlich muss ich mal kein Brot essen zum Frühstück“, meinte sie. Das war dann auch so: es gab Müesli, Joghurt, Eier, Fleisch aber natürlich auch Brot. Nach dem Frühstück deponierten wir unsere Rucksäcke bei der Rezeption und erkundeten die Stadt. Nach dem Streifzug durch die Stadt besuchten wir noch das Škoda-Museum (sprich: Schkoda). Die 100 Jahre Zeitreise waren sehr interessant. Erstens der Werdegang der zwei Gründer – wie so oft ein Erfinder/Tüftler und einer, der das Finanzielle und Organisatorische im Griff hatte – zweitens die Technische Entwicklung der Fahrzeuge. Anfangs wurden Fahrräder gebaut, dann Motorräder und schliesslich dann Fahrzeuge. Die ersten hatten mit Autos in unserem Sinn noch nicht viel zu tun. Das Museum ist aber sehr empfehlenswert- es hat originale, restaurierte Fahrzeuge in einem super Zustand und dokumentiert die Firmengeschichte sehr gut.
Gleich nebenan ist ein Ausstellungsraum für Fahrzeuge, wo man auch gleich beim Werk bestellen kann. Das Top-End-Modell, der Škoda Superb Kombi kostete dort etwa 55'000 Franken (fast eine Million Tschechische Kronen). Wir hätten gerne einen mitgenommen aber unsere Portokasse wies nicht die erforderliche Deckung auf...
Nach den vielen Fahrzeugen im Museum tranken wir Kaffee und holten dann im Hotel unsere Rucksäcke ab. Wir kauften noch ein und versicherten uns, genug Kleingeld für den Bus dabeizuhaben. Der Busfahrer war der gleiche wie am Vortag und begrüsste uns mürrisch. Wir fuhren zum Bahnhof und dort mit dem Zug via Všetaty (sprich: Vschetaty) nach Mělnik (sprich: Mjelnik). Mělnik ist der Ort wo die Moldau und die Elbe zusammenfliessen und als Elbe weiter durch Deutschland bis nach Hamburg in die Nordsee führt. Interessanterweise heisst der Fluss Elbe, obwohl eigentlich die Moldau als Zufluss grösser ist als die Elbe, in die sie fliesst. Den Pragern kratzt das etwas an ihrem Stolz, existiert doch ihr Wahrzeichen nur noch bis etwa 30km unterhalb der Stadt und heisst von da an Elbe. Eben.
Also Logi stand bei uns zum ersten Mal zelten auf dem Programm. Miri hatte einen Zeltplatz samt Telefonnummer ausgemacht und rief dort an, als wir Mělnik erreichten. Vom Bahnhof waren es noch etwa 1.5km zu Fuss. Dort angekommen sagte man uns, wir könnten uns den Platz auf der Wiese aussuchen, da die Saison vorbei sei und wir die einzigen zeltenden Besucher wären. Das machte die Sache indes nicht einfacher, da es soviel Punkte zu beachten galt und wir etwa eine Viertelstunde über diverse Plätze diskutierten, ehe wir und daran machten, unser Zelt aufzubauen. Das Zelt war ziemlich schnell aufgebaut und wir richteten uns ein. Anschliessend picknickten wir neben dem Zelt das restliche Brot, Käse und Schinken. Um 22:00 krochen wir in unsere Schlafsäcke und schliefen zufrieden ein.
Gleich nebenan ist ein Ausstellungsraum für Fahrzeuge, wo man auch gleich beim Werk bestellen kann. Das Top-End-Modell, der Škoda Superb Kombi kostete dort etwa 55'000 Franken (fast eine Million Tschechische Kronen). Wir hätten gerne einen mitgenommen aber unsere Portokasse wies nicht die erforderliche Deckung auf...
Nach den vielen Fahrzeugen im Museum tranken wir Kaffee und holten dann im Hotel unsere Rucksäcke ab. Wir kauften noch ein und versicherten uns, genug Kleingeld für den Bus dabeizuhaben. Der Busfahrer war der gleiche wie am Vortag und begrüsste uns mürrisch. Wir fuhren zum Bahnhof und dort mit dem Zug via Všetaty (sprich: Vschetaty) nach Mělnik (sprich: Mjelnik). Mělnik ist der Ort wo die Moldau und die Elbe zusammenfliessen und als Elbe weiter durch Deutschland bis nach Hamburg in die Nordsee führt. Interessanterweise heisst der Fluss Elbe, obwohl eigentlich die Moldau als Zufluss grösser ist als die Elbe, in die sie fliesst. Den Pragern kratzt das etwas an ihrem Stolz, existiert doch ihr Wahrzeichen nur noch bis etwa 30km unterhalb der Stadt und heisst von da an Elbe. Eben.
Also Logi stand bei uns zum ersten Mal zelten auf dem Programm. Miri hatte einen Zeltplatz samt Telefonnummer ausgemacht und rief dort an, als wir Mělnik erreichten. Vom Bahnhof waren es noch etwa 1.5km zu Fuss. Dort angekommen sagte man uns, wir könnten uns den Platz auf der Wiese aussuchen, da die Saison vorbei sei und wir die einzigen zeltenden Besucher wären. Das machte die Sache indes nicht einfacher, da es soviel Punkte zu beachten galt und wir etwa eine Viertelstunde über diverse Plätze diskutierten, ehe wir und daran machten, unser Zelt aufzubauen. Das Zelt war ziemlich schnell aufgebaut und wir richteten uns ein. Anschliessend picknickten wir neben dem Zelt das restliche Brot, Käse und Schinken. Um 22:00 krochen wir in unsere Schlafsäcke und schliefen zufrieden ein.
Donnerstag, 2. September 2010
Dienstag, 31. August 2010 [Mladá Boleslav]
Das Wetter meinte es nicht zu gut mit uns heute. Es regnete in Strömen. Und es war kühl. Wir hatten noch ein halbes Brot aus Deutschland und holten dazu bei Billa nebenan Wurst und Käse zum Frühstück. Nach dem Frühstück beschlossen wir, dem schlechten Wetter Rechnung tragend in der Stadt shoppen zu gehen. Miri brauchte Schuhe für Jeannines Hochzeit und eine Uhr. Und ich bin beim shoppen gerne dabei, sofern in genügender Kadenz Kaffee-Pausen eingelegt werden können.
Wir stellten dabei fest: Lieberec ist für Frauen das wahre PARADIES!!! Ich habe noch nie so viele Schmuckläden auf einem Haufen gesehen. Und die Auswahl ist riesig!! Dazu viele Einkaufszentren und duzende Läden mit Kleidern.
Ich mache es kurz: Miri fand Schuhe, jedoch keine Uhr. Doch beim shoppen sind 50% Erfolg bereits bahnbrechend, oder nicht?
Wir nahmen dann den Zug um 16:02 nach Mladá Boleslav. Das waren etwa 60km Bahnfahrt durch schönes Tschechisches Hinterland. In Mladá Boleslav angekommen merkten wir, dass der Bahnhof hier ziemlich ausserhalb der Stadt in einem Industriegebiet lag. Miri erkundigte sich, wie wir in die Stadt reinkommen können, während ich vor dem Bahnhof eine Tafel mit Busfahrplänen entdeckte. „Ihr“ Zug wäre um 17:44 gefahren, „mein“ Bus jedoch schon um 17:30. Nach kurzer Diskussion trafen wir den folgenschweren Entscheid, den Bus zu nehmen- mit fatalen Folgen: leider wird in der Stadt zur Zeit grossflächig gebaut. Deshalb werden einige Stationen gar nicht angefahren. Das brachte mich irgendwie durcheinander und irgendwann waren wir dann wieder ausserhalb der Stadt aber in der anderen Richtung. Nach etwa 25 Minuten Fahrt stiegen wir irgendwann aus und wechselten die Strassenseite um in der Gegenrichtung wieder in den Bus zu steigen. Leider war der Busfahrer derselbe und – da wir uns bei der Hinfahrt beim Bezahlen am Münzautomaten „etwas dumm angestellt hatten“ - winkte uns ohne bezahlen durch. Miri fand es peinlich; ich nicht so sehr. Wir fuhren dann zurück und stiegen an der Station die uns am besten erschien aus, packten Laptop und GPS-Empfänger aus und machten uns auf die Suche nach einem Hotel. Dieses fanden wir dann nach etwa 1km Fussmarsch und waren froh, die Odyssee beendet zu haben.
Anschliessend gingen wir Essen- „Tatarski Biftek“ - Tartar nach Tschechischer Art. Wunderbar!! Mit viel Knoblauch!! Dazu ein feines Bier – nur der Mundgeruch nachher ist SCHRECKLICH (Bier-Knoblauch-Gemisch). Aber wenn beide dasselbe essen, ist das nicht so schlimm...
Nach dem Essen mussten wir noch eine „Večerka“ (sprich Vetscherka) suchen- das ist ein Laden, der bis spät in die Nacht geöffnet ist. Wir hatten nämlich kein Wasser mehr und der sich anbahnende, vom Knoblauch unbändig gewordene Durst braucht viiiiiel Wasser um gelöscht zu werden... Na dann Prost!!
Wir stellten dabei fest: Lieberec ist für Frauen das wahre PARADIES!!! Ich habe noch nie so viele Schmuckläden auf einem Haufen gesehen. Und die Auswahl ist riesig!! Dazu viele Einkaufszentren und duzende Läden mit Kleidern.
Ich mache es kurz: Miri fand Schuhe, jedoch keine Uhr. Doch beim shoppen sind 50% Erfolg bereits bahnbrechend, oder nicht?
Wir nahmen dann den Zug um 16:02 nach Mladá Boleslav. Das waren etwa 60km Bahnfahrt durch schönes Tschechisches Hinterland. In Mladá Boleslav angekommen merkten wir, dass der Bahnhof hier ziemlich ausserhalb der Stadt in einem Industriegebiet lag. Miri erkundigte sich, wie wir in die Stadt reinkommen können, während ich vor dem Bahnhof eine Tafel mit Busfahrplänen entdeckte. „Ihr“ Zug wäre um 17:44 gefahren, „mein“ Bus jedoch schon um 17:30. Nach kurzer Diskussion trafen wir den folgenschweren Entscheid, den Bus zu nehmen- mit fatalen Folgen: leider wird in der Stadt zur Zeit grossflächig gebaut. Deshalb werden einige Stationen gar nicht angefahren. Das brachte mich irgendwie durcheinander und irgendwann waren wir dann wieder ausserhalb der Stadt aber in der anderen Richtung. Nach etwa 25 Minuten Fahrt stiegen wir irgendwann aus und wechselten die Strassenseite um in der Gegenrichtung wieder in den Bus zu steigen. Leider war der Busfahrer derselbe und – da wir uns bei der Hinfahrt beim Bezahlen am Münzautomaten „etwas dumm angestellt hatten“ - winkte uns ohne bezahlen durch. Miri fand es peinlich; ich nicht so sehr. Wir fuhren dann zurück und stiegen an der Station die uns am besten erschien aus, packten Laptop und GPS-Empfänger aus und machten uns auf die Suche nach einem Hotel. Dieses fanden wir dann nach etwa 1km Fussmarsch und waren froh, die Odyssee beendet zu haben.
Anschliessend gingen wir Essen- „Tatarski Biftek“ - Tartar nach Tschechischer Art. Wunderbar!! Mit viel Knoblauch!! Dazu ein feines Bier – nur der Mundgeruch nachher ist SCHRECKLICH (Bier-Knoblauch-Gemisch). Aber wenn beide dasselbe essen, ist das nicht so schlimm...
Nach dem Essen mussten wir noch eine „Večerka“ (sprich Vetscherka) suchen- das ist ein Laden, der bis spät in die Nacht geöffnet ist. Wir hatten nämlich kein Wasser mehr und der sich anbahnende, vom Knoblauch unbändig gewordene Durst braucht viiiiiel Wasser um gelöscht zu werden... Na dann Prost!!
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